Schloss Schwerin und die Erfindung des Johann-Albrecht-Stils

RENDEZVOUS IM SCHLOSS am 2. Juli 2014 um 18 Uhr „Schloss Schwerin und die ‚Erfindung‘ des Johann-Albrecht-Stils“ ein Vortrag von Ralf Weingart, Leiter des Museums Schloss Schwerin. Lassen Sie sich faszinieren von der spannenden Entstehungsgeschichte des sogenannten Johann-Albrecht-Stils.

Der namensgebende Herzog veranlasste im 16. Jahrhundert den Aus- und Neubau seiner fürstlichen ‚Häuser‘ in Wismar und Schwerin im Stil einer spezifisch norddeutschen Frührenaissancearchitektur. Ihr kennzeichnendes Charakteristikum ist ein reicher Terrakottaschmuck der Fassaden und Giebel, der italienische wie niederländische Anregungen verrät.

Als Großherzog Friedrich Franz II. 1845 den historistischen Umbau des Schweriner Schlosses veranlasste, ordnete er an, ältere Trakte seiner Vorgänger zu integrieren. Anknüpfend an die Bauten Johann Albrecht I. entstand für deren Neu-fassung ein repräsentativ gesteigerter und ‚verbesserter‘ Neorenaissancestil als sichtbares Zeichen dynastischer Kontinuität und historischer Legitimation fürstlicher Herrschaft. Im Zeitalter beginnender ‚Nationalstile‘ konnte er zugleich als Ausdruck regionaler Identität verstanden werden und fand in der Folge auch an Staatsbauten Verwendung.

Der Referent erläutert die historischen Vorbilder und spürt dem Prozess ihrer ästhetischen wie politischen Überhöhung im Verlauf des Schlossumbaus nach.

Eintritt 3,- €
Einlass ab 17.30 Uhr
Schloss Schwerin, Historische Bibliothek

Schloss Schwerin und die Erfindung des Johann-Albrecht-Stils

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