Der Jazzclub Rostock präsentiert: Edo Zanki „hautnah“

Der Jazzclub Rostock präsentiert: Edo Zanki „hautnah“ – Musikalisches Slowfood vom Feinsten am Donnerstag den, 06.03.2014 um 20:30 Uhr im Stadtteil- und Begegnungszentrum Pumpe in Rostock.

Edo Zanki „hautnah“ – Musikalisches Slowfood vom Feinsten

„Das Flachste an der Popmusik ist mitunter der Blick darauf“, sagt Edo Zanki, und meint damit das Schubladendenken vieler Medienmacher. Auf seinem neuen Album „hautnah“ setzt er diese Erkenntnis auch musikalisch um. Elf von Zankis persönlichen Lieblingssongs auf deutsch und englisch vereint das Album.  Liebevoll produziert und angelehnt an das gleichnamige Live-Programm, mit dem Edo Zanki & Band im letzten Jahr auf den Bühnen der Republik zu sehen waren.

edo-zanki-hautnah„hautnah“ ist ein Album, nicht nur für Zanki-Fans.
Es ist eine Ruhepool in unserer lauten, schnellen und mitunter hektischen Welt. Elf Titel zum Entspannen, Nachdenken und Genießen, wie in einem guten Restaurant. Eigens dafür hat Edo Zanki den Begriff „musikalisches Slow-Food“ erfunden:
„Es hat nichts mit dem Tempo der Musik zu tun, sondern mit einem gewissen Reifegrad der Mittel, die man verwendet. Mit der Liebe, mit der man rangeht, um den kleinsten  Aspekt noch genauer hinzukriegen.

 

 

Mit dem Album zielt er nicht auf die Charts. Nach vielen Jahren, in denen er überwiegend für andere produziert hat, wollte er sich Zeit nehmen für sein persönliches  Ding, vor allem bei der Songauswahl. So finden sich auf „hautnah“ neben Titeln von Paul Simon, Johnny Cash oder Leonard Cohen, auch Zanki-Klassiker wie „Mann in den besten Jahren“, oder „Weit übers Meer“.  Dazu mit „Bye, bye“ und „Ways oft he world“ zwei neue Titel. Dem Bernd Begemann Song „Wenn wir Glück haben“ gibt er ein ganz neues Antlitz, frei von jeder Ironie.

 

Zeit und Gelassenheit waren die wesentlichen Zutaten der Produktion. Im Vordergrund stand das gemeinsame Musizieren. Ideen oder Vorgaben gab es kaum, oft haben die  Musiker einfach nur den magischen Moment getroffen. „Ich habe mit Hilfe meines Bruders noch ein Tonstudio, wo man mit einem begabten Ingenieur in guten Räumen und mit  brauchbarem Equipment darauf warten kann, bis diese fünf Minuten kommen. Das kann man zwei oder dreimal am Tag machen, dann hat man zwei, drei Stücke gespielt. Dazwischen hat man viel Pasta gegessen und gelacht. Das ist eine sehr schöne Art  zu leben und zu produzieren“, sagt Edo Zanki.
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Getragen von seinen langjährigen herausragenden Musikerkollegen hat der „Pate des deutschen Souls“ auf „hautnah“ die Schere im Kopf weggelassen und beinahe alle Regeln  der Branche ignoriert. Herausgekommen ist eines der besten Akustik-Alben, das der deutsche Markt in letzter Zeit gesehen hat. „Es gab nie besonders viele Edo Zanki Liebhaber, aber es gab sie immer. Mich auf die zu besinnen, indem ich sie einfach gar nicht groß ins Kalkül ziehe, sondern  einfach Dinge mache, die sich für mich richtig anfühlen, das war der Plan“, beschreibt der 60-jährige die Idee der CD.

In der Öffentlichkeit wurde er in den vergangenen Jahren hauptsächlich über seine Produzenten- oder Komponistentätigkeit wahrgenommen. Stehen doch u.a. so große Namen  wie Sasha, Herbert Grönemeyer, Söhne Mannheims, oder Tina Turner auf seiner Liste. Darauf reagiert Edo Zanki heute gelassen. Nur die Frage warum sie gerade ihn ausgesucht haben, hätte er gern einmal gestellt bekommen. „Im Grunde wurde ich schon von ganz vielen Erfolgsjunkies interviewt, die einfach nur geil darauf waren zu sagen, das war eine Nummer eins, das eine fünf, wie viel  Millionen Platten habt Ihr denn davon verkauft und so. Wirkliches Interesse an meiner Person, oder auch an meiner Funktion bei einer solchen Produktion stelle ich nicht  fest.“ Es müssen Herzlichkeit und Ruhe sein, die dieser Mann ausstrahlt. Zanki hat die Fähigkeit im Team mit großartigen Musikern hervorzuholen, was ihn und uns tief in der  Seele bewegt. Alltagsgeschichten, mit einem gewissen Augenzwinkern erzählt und in das passende musikalische Gewand gekleidet. Die ausgesuchten elf Lieder handeln  beinahe alle von Männern in den besten Jahren und ihren Gefühlswelten.

Auch gesellschaftliche Themen finden sich auf dem Album. „Delphine reiten“ ist so ein Song. Trotz seiner langen Geschichte, ist dieser Titel aus den frühen 90ern heute  noch immer aktuell. Der Texter Werner Karma beschreibt in seiner unverwechselbaren Sprache die Widersprüche dieser Welt. Als Zanki mit der Produktion für „hautnah“ begonnen hatte, gingen ihm das Stück nicht mehr aus dem Kopf: „Daraufhin habe ich es wieder hervorgeholt und war  erschüttert, wie aktuell es immer noch ist. Jemand der sich 1990 fragte, „wie viel Glück braucht ein Supertanker“ und hat es vielleicht nicht, fällt einem zwei Jahre  nach Fukushima noch mal irgendwie besonders aktuell auf. Dieser brutale Alltag, der mit der Welt betrieben wird, ist immer noch nicht okay. Er ist einfach an ganz vielen Stellen nicht geheilt. Das hat – glaube ich – ganz viel mit der weltweiten Gier zu tun. Wenn man den Gierfaktor wegnehmen würde, könnte  sich ganz viel ändern, denn die Menschen wissen eigentlich schon, was für sie gut ist und wo sie es überspannen.“

Früher haben alle gesagt, der Edo ist ein Perfektionist. Als Producer lässt er solange nicht locker, bis überall noch ein kleines Glanzlicht drauf ist. Ich habe das  immer für Quatsch gehalten, aber vielleicht ist es ja doch ein bisschen wahr.
Diesmal bin ich anders an die Produktion herangegangen. Die nimmt sich komplett zurück. Es gibt nur diese wunderbaren Einzelteile, die zusammen den Geschmack machen.

Insofern ist Slow-Food, die Besinnung auf das Zentrale und auch die liebevolle Befassung damit.“
(Arno Köster)

Foto: Ivo Kljuce

Eintritt Abendkasse: Euro 24,00; Jazzclubmitglieder: 18,00
Vorbestellung: www.SBZ-Rostock.de
Vorverkauf: www.tickets.de

Der Jazzclub Rostock präsentiert: Edo Zanki „hautnah“

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