OZEANEUM Stralsund

Am 11. Juli 2008 eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Stralsunds Hafeninsel mit dem OZEANEUM den zu diesem Zeitpunkt größten vom Bund geförderten Museumsneubau. Das Hafenpanorama der UNESCO-Welterbestadt erhielt mit dem spektakulären Neubau, entworfen von Behnisch Architekten, einen deutlichen, zeitgenössischen Akzent. Das OZEANEUM Stralsund entwickelte sich mit jährlich über einer halben Million Gästen zu einem Besuchermagneten ersten Ranges. Das Museum wird als gemeinnützige GmbH betrieben und erhält keine Fördermittel. Im Mai 2010 wurde das OZEANEUM als „Europas Museum des Jahres 2010“ ausgezeichnet.

Zum Teil riesige Meerwasseraquarien beschreiben im OZEANEUM eine europaweit einzigartige Reise durch die Unterwasserwelt der nördlichen Meere: Die Entdeckungstour im Ostseeaquarium beginnt mit dem Stralsunder Hafenbecken. Durch die Boddengewässer und Seegraswiesen vorbei an der Kreideküste und durch die Schärensee Skandinaviens erlebt der Besucher die vielfältige Flora und Fauna des Meeres vor unserer Haustür. Die größten Fische des Ostseerundganges sind die Störe, die im Lebensraum Flussmündung gezeigt werden. Im Frühjahr 2013 gelang es Aquarienmitarbeitern erstmals Ohrenquallen selber zu züchten. Seitdem können diese faszinierenden Schönheiten unabhängig von den Jahreszeiten im Ostseerundgang bestaunt werden. Inzwischen werden auch Kompass- und Feuerquallen sowie weitere Arten erfolgreich gezüchtet.

840-sandtigerhai
Die Schaubecken im Gebäude Nordseeaquarium zeigen die Lebensräume der Nordsee, des Nordatlantiks und des Polarmeeres. Helgoland, der einzigen Felseninsel Deutschlands, ist ein aufwändig gestaltetes Tunnelaquarium gewidmet. In zwei Gezeitenbecken wechseln sich Ebbe und Flut ab und auch im Brandungsbecken herrscht rege Bewegung. Das größte Aquarium im OZEANEUM fasst 2,6 Millionen Liter Wasser und zeigt Schwarmfische, einen gut drei Meter langen Sandtigerhai, zwei Ammenhaie und verschiedene Rochenarten im „offenen Atlantik“. Die beiden über 20 Tonnen schweren und mehr als 30 Zentimeter starken Acrylscheiben bieten auf zwei Ebenen zusammen über 80 Quadratmeter Sichtfläche. Im Jahr 2015 wird das OZEANEUM erstmals Tiefseekorallen in eigens dafür gebauten Aquarien zeigen.

Vor und hinter den Kulissen bewegen sich 4,5 Millionen Liter Wasser in den Aquarienkreisläufen. Für die erstmalige Befüllung wurden 150 Tonnen Salz benötigt. Bei der Technik gelten strenge ökologische Kriterien und die Tiere werden artgerecht gehalten.

Im Konzept der Ausstellungsmacher sind die Aquarien die lebendige Ergänzung zu den fünf Ausstellungen, die zahlreiche seltene Originale und von der hauseigenen Präparation gefertigte Tiere und Pflanzen zeigen. Das OZEANEUM präsentiert die größte Ostseeausstellung in ganz Europa mit Planktoninstallation, einem Ostsee-Relief zum Anfassen und aufwendig gestalteten, typischen Lebensräumen in großen, dreieckigen Vitrinen. Weitere Ausstellungen zeigen das Weltmeer mit der Vielfalt des Lebens im Meer sowie das Meer für Kinder. Die gemeinsam mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung, dem WWF und anderen Partnern entwickelte Dauerausstellung Erforschung und Nutzung der Meere öffnete im Juli 2011. Sie zeigt beispielsweise eine fiktive Tauchfahrt bis in die Tiefsee sowie Originalexponate und Schwerpunkte der deutschen Meeresforschung. Des Weiteren widmet sie sich Themen wie der Überfischung der Meere und präsentiert Methoden nachhaltiger Fischerei.

Wahrlich atemberaubend ist die gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace umgesetzte Ausstellung 1:1 Riesen der Meere: Über die gesamte Raumhöhe schweben Nachbildungen von Walen in Originalgröße. Das größte Exponat ist ein originalgetreuer Blauwal mit einer Länge von 26 Metern. Außerdem sind ein abtauchender Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar, ein Schwertwal sowie ein Buckelwal mit Jungtier zu sehen. Dramaturgisches Highlight ist eine Multimedia-Inszenierung mit den Gesängen des Buckelwals oder den Klicks der Pottwale, anhand derer sie ihre Beute in bis zu 3 000 Meter Tiefe aufspüren. In den letzten Jahren wurde die Ausstellung um weitere, lebensechte Nachbildungen eines Mantarochens, eines Mondfisches und eines Riemenfisches erweitert und 2013 mit einem zehn Meter langen Riesenhai in Originalgröße komplettiert.

840-pinguine
Eine der Hauptattraktionen sind die Humboldt-Pinguine auf der Dachterrasse des Museums. Durch große Scheiben können die gefiederten Schwimmer auch unter Wasser beobachtet werden. Täglich um 11:30 Uhr können Besucher die kommentierte Pinguin-Fütterung erleben und gleichzeitig den einmaligen Ausblick auf die Stralsunder Altstadt genießen. Im Juni 2011 und im April 2012 schlüpften die ersten beiden Pinguinküken. Dr. Angela Merkel, Bestseller-Autor Frank Schätzing u. a. haben Tierpatenschaften für diese vom Aussterben bedrohten Tiere übernommen.

Das OZEANEUM ist ein gruppenfreundliches Haus und bietet gemäß seines öffentlichen Auftrages umfangreiche Bildungsangebote an. 2012 wurde das Museum zum zweiten Mal als familienfreundlich und barrierefrei zertifiziert. Regelmäßig finden Vorträge und Konzerte unter den Walen oder Abendveranstaltungen vor den Aquarien statt. Das Museum ist beliebt als Kulisse für Eheschließungen und Feierlichkeiten. Einer der angrenzenden historischen Speicher ist als Tagungszentrum ausgestattet und wird für Konferenzen genutzt.

Fotos: Ozeaneum Stralsund

via: Ozeaneum Stralsund

 

 OZEANEUM Stralsund
Markiert in:             

Kommentar verfassen

Google+ Twitter Facebook