„Museen, unser Gedächtnis!“ 34. Internationaler Museumstag am Sonntag, 15. Mai 2011

„Wer entscheidet heute, an was wir uns morgen erinnern werden?“ fragt die UNESCO seit 1992 in ihrem Weltdokumentenerbe- Programm
„Memory of the World“. Ziel des UNESCO-Programms ist es, insbesondere solche Dokumente zu bewahren, die Eindrücke von herausragenden politischen, gesellschaftlichen, religiösen und kulturellen historischen Ereignissen liefern oder gar selbst ein Ergebnis dieser Ereignisse sind bzw. Höhe- und Wendepunkte in der Geschichte der Menschheit belegen. Museen bewahren in ihren Sammlungen zahlreiche Dokumente, die für unser kulturelles Gedächtnis grundlegend sind. Diese stehen im Mittelpunkt des 34. Internationalen Museumstags mit dem Motto „Museum and Memory“. In Deutschland, Österreich und der Schweiz feiern die Museen das Ereignis am Sonntag, 15. Mai 2011, unter dem Slogan „Museen, unser Gedächtnis!“.

Um die internationale Wahrnehmung des Museumstages zu stärken, wird dieser 2011 zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit dem „Memory of the World“-Programm durchgeführt. Als Dokumente der deutschen Geschichte findet man derzeit in dem UNESCO-Register beispielsweise die ältesten Tondokumente traditioneller Musik 1893-1952 (Edison-Zylinder) aus den historischen Beständen des Berliner Phonogramm-Archivs (zur Zeit im Ethnologischen Museum Berlin), den literarischen Nachlass Johann Wolfgang von Goethes, die Partitur der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens, den Stummfilm Metropolis von Fritz Lang und die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (zur Zeit als Leihgabe im Brüder Grimm Museum in Kassel).

Der Internationale Museumstag 2011 möchte den Blick der Besucherinnen und Besucher, der Kulturvermittler und -förderer und der Medien auf die Wichtigkeit und die Pflege des kulturellen Erbes und auch auf die Leistungen und die Probleme bei der Arbeit an den Dokumenten lenken: von ihrer Konservierung und Pflege bis zu der Vermittlung ihrer Bedeutung in Ausstellungen oder im Internet. Die Museen sollen dabei die gesellschaftliche Relevanz ihrer Dokumente und Objekte jeweils in ihrer Stadt und in ihrer Region deutlich machen und diskutieren.

Auch andere Weltverbände des Kulturerbes wie ICA (Archive), CCAAA (Audiovisuelle Archive), IFLA (Bibliotheken) und ICOMOS (Denkmalpflege) sind 2011 erstmals Partner des Internationalen Museumstages. Das soll nach Möglichkeit bei seiner Gestaltung in der Kooperation mit solchen Einrichtungen in Städten und Gemeinden zum Ausdruck kommen. Gemeinsame Aktionen und Auftritte bringen den neuen Akzent des Internationalen Museumstages 2011 zur Geltung. Museen weltweit können darauf aufmerksam machen, dass sie jeweils ihren Beitrag zum lokalen und zum menschheitlichen Gedächtnis leisten, dass sie Teile eines großen, weltumspannenden Netzes sind.

Das Motto 2011 bietet eine breite Palette an Anknüpfungen, so dass jedes Museum mit seiner spezifischen und facettenreichen Sammlung an diesem besonderen Tag teilnehmen kann. Der Imagination und dem Ideenreichtum der Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sind hier keine Grenzen gesetzt. Museen können Kooperationen eingehen und Jahrestage wie Jubiläen als Aufhänger für ihre Aktionen nutzen:
• 2011 findet das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft statt.
• Vor 60 Jahren, am 18. April 1951, wurde in Paris die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl („Montanunion“, ein Vorläufer der Europäischen Union) gegründet.
• Ebenfalls am 15. Mai 2011 feiern die Menschen weltweit den von der UNO 1994 eingeführten Internationalen Tag der Familie.
50 Jahre Deutsch-Türkisches Anwerbeabkommen: Während der Zeit des deutsch- türkischen Anwerbeabkommens (1961 bis 1972) zogen rund 750.000 Türken in die Bundesrepublik. Heute leben in Deutschland etwa 3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die ihre Wurzeln in der Türkei haben.

Der Internationale Museumstag wird vom Internationalen Museumsrat (ICOM) seit 1977 jährlich ausgerufen. Er verfolgt das Ziel, auf die Bedeutung und die Vielfalt der Museen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig ermuntert er Besucherinnen und Besucher, die in den Einrichtungen bewahrten Schätze zu erkunden. Daher ist der Eintritt in die Museen an diesem Tag in der Regel frei. Seit 1992 wird der Tag von einem jährlich wechselnden Motto begleitet.

Mit dem Anliegen, die Museumslandschaft in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken, steht der Internationale Museumstag in Deutschland seit Jahren für die kulturelle Vielfalt und den Kulturföderalismus unseres Landes. Hierzu gehört auch, dass die Koordination der Kampagne in enger und gemeinschaftlicher Zusammenarbeit des Deutschen Museumsbundes und der Museumsverbände auf Länder- und Bundesebene geschieht. Da die überwiegende Zahl der Museen in der Bundesrepublik Deutschland ihre Wirkung unmittelbar vor Ort entfaltet und gerade hier die Sparkassen-Finanzgruppe traditionell und spürbar als Förderer von Kunst und Kultur wirkt, begrüßen die regionalen Museumsämter und -verbände die finanzielle und ideelle Partnerschaft mit den Stiftungen und Verbänden der Sparkassen-Finanzgruppe in den Bundesländern.

Die Schirmherrschaft für den Internationalen Museumstag in Deutschland wird traditionell vom Präsidenten des Bundesrates übernommen – im Jahr 2011 von der Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Frau Hannelore Kraft.

Wir freuen uns mit Ihnen auf einen lebendigen Internationalen Museumstag 2011, der zu einem Fest für die Besucherinnen, Besucher, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Museen wird. Entscheiden Sie heute mit, an was die Menschheit sich morgen erinnern wird!
Informationen zum Internationalen Museumstag 2011 unter www.museumstag.de
ICOM http://icom.museum/imd.html
UNESCO „Memory of the World“-Programm www.unesco.de/mow.html

„Museen, unser Gedächtnis!“ 34. Internationaler Museumstag am Sonntag, 15. Mai 2011

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