Rendezvous mit Christoph Müller im Museum Schwerin

Rendezvous am 23. Januar 2014 um 18 Uhr im Staatlichen Museum Schwerin. Christoph Müller und der Maler Miron Schmückle im Gespräch über das Vergängliche des schönen Scheins. Rote Mirabellen, Birnenquitten, Pomeranzen, geschälte Zitronen, Nüsse, Wein in kostbar verzierten Römern, Wassergetier, irdene Krüge, saftige Beeren, Artischocken – diese Vielfalt und Pracht zeigen die im 17. Jahrhundert gemalten Stillleben.

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Erst seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Stillleben, die Darstellung unbeseelter Dinge, überhaupt als Kunst wahrgenommen. Und nahm gleich einen ungeheuren Aufstieg, differenzierte sich in vielerlei Bereiche: Blumenstillleben, gedeckte Tische, die Darstellung von Fischen, erlegten Vögeln oder einzelnen Gläsern in halbdunklen Nischen.

Die Faszination der Gattung ist bis heute ungebrochen, nicht zuletzt, weil der Betrachter einen ganz unmittelbaren Zugang zu solchen scheinbar einfachen Schilderungen hat.

Tatsächlich aber ist das Stillleben auch die Gattung, anhand derer sich die verzwicktesten theoretischen Debatten über das Verhältnis von Bild und Wirklichkeit und damit über Kunst insgesamt führen lassen.

Welche Rolle hat beispielsweise der Künstler, der Blumen und Früchte verschiedener Jahreszeiten zusammenbringen kann? Ist er der Natur, also der Wirklichkeit überlegen, ein zweiter Schöpfer? Hinzu kommt der Symbolcharakter mancher Gegenstände. Wenn Claes Bergoijs Fisch, Brot und Wein darstellt, sind damit eigentlich Christus und das Abendmahl gemeint? Sind die Blumen um ihrer selbst willen dargestellt oder liegt in ihnen eine Botschaft verborgen?

Rendezvous im Staatlichen Museum Schwerin, Christoph Müller und Miron Schmückle laden ein zu vertiefender Betrachtung der Stillleben.

Schmückle, geboren 1966 in Rumänien, lebt in Berlin. Sein künstlerisches Werk zeichnet sich durch viele Expeditionen ins Pflanzenreich der Phantasie aus, oft kann der Betrachter zwischen naturgetreuer Pflanzenwiedergabe und Schöpfung  des Künstlers kaum unterscheiden.

Der Eintritt kostet 3 Euro.

Rendezvous mit Christoph Müller im Museum Schwerin

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