Rendezvous über Frauen in freier Wildbahn im Museum Schwerin

Rendezvous am 5.Oktober 2017 um 18 Uhr in der Galerie Alte & Neue Meister in Schwerin mit Janina Modemann M. A. von der Universität Konstanz. Das Thema über Frauen in freier Wildbahn, das Erfassen der Natur durch Künstlerinnen, Sammlerinnen und Forscherinnen im 17. Jahrhundert. Anders als heute viele vermuten würden, waren Frauen im 17. Jahrhunderts in vermeintlich durch Männer dominierten Berufen sehr erfolgreich.

Frauen in der Kunstwelt

In den Niederlanden zeugen Malerinnen wie Rachel Ruysch, Alida Withoos und Maria Sibylla Merian davon, dass sich Frauen in der Kunstwelt gegen ihre männlichen Kollegen nicht nur behaupten, sondern diese in der Gattung Stillleben durchaus auch übertreffen konnten. Dabei scheinen sie von den männlichen Malern als gleichwertige Kollegen angesehen worden zu sein, denn Frauen waren ebenfalls Mitglieder in den Malerzünften und hatten die gleichen Rechte sowie Pflichten.

In dieser Zeit wandte man sich innerhalb der Wissenschaft neuen Arbeitsweisen zu: Experiment und Beobachtung wurden wesentliche Bestandteile des neuen Forschens. Darüber hinaus entdeckte man auch neue Forschungsfelder. Anders als noch in den Jahrhunderten zuvor widmete man sich nun den kleinsten Lebewesen, wie Insekten, Würmern und Spinnen. Sie wurden in ihrem Lebensraum beobachtet und in detailreichen Zeichnungen sowie Drucken dokumentiert.

In der Kunst von Frauen erkennt man eine Nähe zu dieser neuen Ausrichtung der Wissenschaft. Pflanzen werden aus nächster Nähe und bis ins kleinste Detail dargestellt. Auch im Erforschen der Natur standen Frauen den Männern in nichts nach. Agnes Block und Magdalena Poulle beispielsweise erforschten Flora und Fauna auf ihren Landgütern. Dort züchteten sie exotische Pflanzen und engagierten namenhafte Künstler und Künstlerinnen, um ihre Sammlungen auf Papier zu verewigen. Somit entstand ein Netzwerk, das Frauen aus Kunst und Wissenschaft zusammenbrachte und die wunderbaren Naturdarstellungen erst ermöglichte.

Janina Modemann M.A. promoviert über die Visualisierung von Wissen in der niederländischen Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts an der Universität Konstanz. Gefördert durch ein Stipendium des DAAD recherchierte sie acht Monate in den Niederlanden zum Verhältnis zwischen Kunst und Wissenschaft im 17. Jahrhundert. Ende 2016 ermöglichte ihr eine Förderung der Fulbright Kommission einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt an der University of Pennsylvania in Philadelphia.

Der Eintritt kostet 3 Euro.

 

Rendezvous über Frauen in freier Wildbahn im Museum Schwerin
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