Filmvorführung „50 Jahre Fluxus“ im Museum Schwerin

Rendezvous im Staatlichen Museum Schwerin am 27. März 2014 um 18 Uhr mit einer ARTE-Filmvorführung „Wenn man es versteht, ist es zu spät – 50 Jahre Fluxus“ eine Dokumentation von Hartmut Jahn.

Mit Aktionen von spielerischem Ernst und minimalistisch gehaltenen musikalischen Performances startete eine lose Gruppe von Künstlern und Musikern aus Europa, Japan und den USA Anfang der 60er Jahre ihren Angriff auf die etablierte Kunst und erklärte Fluxus zu einer Antikunst. Fluxus war gleichzeitig eine Form der Aktionskunst, ein Aufbäumen unter Künstlern gegen elitäre Hochkunst und der Versuch, neue kooperative Lebensformen zu schaffen. „Zünden Sie ein Streichholz an und schauen Sie es an, bis es ausgeht!“, so lautete die Handlungsanweisung zu Yoko Onos Fluxus-Performance „Lighting Piece“. Andere hießen: „Essen Sie mitten auf der Mitte der Straße!“ (Ben Vautier) oder „Tröpfeln Sie Musik!“ (George Brecht).

Anlässlich des 50. Geburtstags der Bewegung, die eigentlich keine sein wollte, stellt die Dokumentation einige ihrer heute noch lebenden, immer noch sehr lebendigen Protagonisten vor. Die Dokumentation ist ein Gruppenbild einer internationalen Künstlergeneration, die noch im hohen Alter mit Witz und Klarheit spielerisch und anarchisch Stellung bezieht.

Der US-amerikanische Künstler und Musiker Ben Patterson ist ein Fluxuskünstler der ersten Stunde. Hartmut Jahn hat ihn in seinem Wiesbadener Atelier besucht, wo Patterson ihm seine Fluxus-Objekte zeigt und einige Fluxus-Performances zum Besten gibt.

In Berlin hat Jahn Mary Bauermeister getroffen, in deren Atelierwohnung in Köln zwischen 1960 und 1961 die ersten „Prä-Fluxus-Veranstaltungen“ stattfanden. Musiker und Komponisten wie John Cage, Ben Patterson und Nam June Paik veranstalteten damals auf ihre Einladung hin Konzerte „neuester Musik“, Ausstellungen und Aktionen. In den Hügeln von Nizza lebt der französische Fluxus-Künstler Ben Vautier, der 1963 das erste „Fluxus Festival of Total Art“ in Nizza organisierte. Seine fantasievoll gestaltete Fluxusvilla beherbergt auch ein fantastisches Fluxus-Archiv. Für die „Fluxus wird 50“-Feiern in Wiesbaden, Berlin und Chiasso haben zudem Willem de Ridder aus Amsterdam, Eric Andersen aus Kopenhagen, Phil Corner aus Reggio Emilia sowie die amerikanischen Fluxuskünstler Geoffrey Hendricks und Alison Knowles einige überraschende Fluxus-Darbietungen mitgebracht.

Der Eintritt ist frei.

Filmvorführung „50 Jahre Fluxus“ im Museum Schwerin

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