Rendezvous „Ein mecklenburgischer Herzog in Paris“ im Museum Schwerin

Rendezvous „Ein mecklenburgischer Herzog in Paris“ am 2. März 2017 um 18 Uhr in der Galerie Alte & Neue Meister im Staatlichen Museum Schwerin. In der neuesten „Geschichte Mecklenburgs“ von Ernst Münch, Wolf Karge und Hartmut Schmied ist das Kapitel über Herzog Christian I. Louis (1658–1692) kurz und bündig überschrieben: Fast ein Franzose.

Christian I. Louis und seine Münzen und Medaillen als Herrschaftszeichen

Das ist vollkommen richtig, denn der Mecklenburger hatte sich in Frankreich eine zweite Heimat aufgebaut. Am Hofe Ludwigs XIV. empfing er als Reichsfürst die Wertschätzung, die er bei seinen Auseinandersetzungen mit den mecklenburgischen Ständen oftmals vermisste. Auf seinen Münzen fehlte deshalb auch nicht die Darstellung der französischen Orden, in die er durch den Sonnenkönig aufgenommen worden war. Denn Münzen ließ der Herzog in großem Stil prägen, nicht zuletzt als Mittel herrscherlicher Repräsentation. Dazu eigneten sich insbesondere Gold- und Großsilbermünzen. War zunächst der Münzbetrieb in Schwerin geplant, fand dann die Herstellung fürstlicher Gepräge in Dömitz und Ratzeburg statt.

Allerdings liegen Dukaten und Taler aus dem Jahr 1681 vor, deren Entstehungsort bisher nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte. Man vermutete Ratzeburg, obgleich zu dieser Zeit kein Münzmeister angestellt war. Zu Recht wurde darauf hingewiesen, dass sich in den im Landeshauptarchiv Schwerin überlieferten Münzakten keine Informationen über diese Stücke finden. Damit wäre das Rätsel um deren Prägestätte wohl nie gelöst worden, wenn nicht an anderer Stelle neues Quellenmaterial ans Tageslicht gekommen wäre. Denn nicht im Schweriner Landeshauptarchiv, sondern im Pariser Nationalarchiv stieß man auf Schriftstücke, die den Nachweis erbringen, dass der Mecklenburg-Schweriner Herzog Christian I. Louis in der französischen Hauptstadt Münzen prägen ließ.

Anlässlich des Rendezvous‘ berichtet PD Dr. Torsten Fried über seine Archivrecherchen und erläutert die Münzprägung von Herzog Christian I. Ludwig von Mecklenburg-Schwerin. Daneben werden auch Medaillen vorgestellt, die dieser Fürst herstellen ließ. Allerdings folgte er auf diesem Feld nicht seinem großen Vorbild Ludwig XIV. und verzichtete auf eine „Historie métallique“.

Der Eintritt kostet 3 Euro.

via: Staatliches Museum Schwerin

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