Eine Legende um den Maler Caspar David Friedrich

Seit heute werden am Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL auf der Insel Rügen, die geschichtsträchtigen Rugenschen Grabsteine präsentiert. Die Steine, die zu Ehren der Eheleute Ruge in der Mitte des 19. Jahrhunderts gestiftet wurden, haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Nun sind sie erstmals einem großen Publikum zugänglich.

Heute wurden am Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL auf der Insel Rügen die geschichtsträchtigen Rugenschen Grabsteine öffentlich eingeweiht. Die Steine, die zu Ehren der Eheleute Ruge in der Mitte des 19. Jahrhunderts gestiftet wurden, haben eine bewegte Geschichte hinter sich.

Die prächtigen Ruge-Grabsteine stammen aus dem Besitz des Baumhauses Schwierenz und werden nun nach einer langen Odyssee an einem Ort aufgestellt werden, der von vielen Menschen besucht wird. „Die Rugenschen Grabsteine sollen auf Wunsch der Stifter am Königstuhl im Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL ausgestellt werden, damit möglichst viele Menschen diese prächtigen Steine sehen können und an die historische Begebenheit erinnert werden. Schließlich sollen Hans Jacob und Regina Elisabeth Ruge nicht in Vergessenheit geraten“, so Ulf Steiner, Geschäftsführer des Nationalpark-Zentrums

Geschichtsträchtige Grabsteine

Im Jahr 1815 unternahm der Königliche Münzbuchhalter Dr. Friedrich Gotthelf Kummer mit seinem Freund und Paten seines Sohnes, dem Maler Caspar David Friedrich, eine Reise nach Rügen und besuchten die Kreidefelsen von Stubbenkammer. Während Friedrich am Ufer mit Zeichnungen beschäftigt war, versuchte Kummer den Königstuhl zu erklimmen. Dabei verstieg er sich so, dass er ermattet weder rückwärts noch vorwärts kommen konnte. Lange Zeit bemerkte Friedrich das Unglück seines Freundes nicht und als es ihm dann doch bewusst wurde, konnte er ihm selbst nicht helfen. Sogleich eilte Friedrich durch die Stubnitzer Waldung zum Baumhaus Schwierenz, um Hilfe bei dem dortigen Baumwärter Hans Jacob Ruge zu suchen. Mit Hacken, Spaten und Stricken machten sich Hans Jacob Ruge, seine Frau Regina Elisabeth Ruge sowie der Knecht York auf, um Kummer aus seiner Not zu befreien. Hans Ruge haute Stufen in die schroffe Kreidewand, weil ohne dies es unmöglich war, bis zum Hilfe erwartenden zu gelangen. Dort setzten sie erst den einen, dann den anderen Fuß in die gehauenen Stufen und brachten Kummer mit großer Mühe und Anstrengung ans Ufer. Über ein dreiviertel Jahr pflegte Familie Ruge Dr. Friedrich Gotthelf Kummer. Nach seiner Rettung blieb Kummer der Familie Ruge lebenslänglich mit Dankbarkeit verbunden. Als Regina Elisabeth Ruge 1839 und Hans Jacob Ruge 1844 starben, lies Kummer ihnen diese Grabsteine auf dem Friedhof Bobbin setzen.

Die Grabstelle der Familie Ruge wurde nach 1945 eingeebnet und die Grabsteine vom Friedhof Bobbin entfernt. 1968 wurden diese Steine bei einem Steinmetz in Bergen wieder entdeckt und von diesem käuflich erworben. Anschließend wurden die Rugenschen Grabsteine bis zu ihrem Diebstahl im Jahr 1977 am Baumhaus Schwierenz sichtbar aufgestellt. Das Diebesgut tauchte im Frühjahr 2009 wieder auf. Die Diebstahlanzeige aus dem Jahr 1977 lebte auf und am Ende der Ermittlung konnten die Grabsteine wieder zurückgegeben werden.

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