Die Premiere des Spielfilms „Vom Suchen“

Die Premiere des Spielfilms „Vom Suchen“ von Daniel Guenter Schwarz findet am 18. Januar 2014 um 19 Uhr im Kur- und Festsaal Boltenhagen statt. Gedreht wurde der Film in den Jahren 2007-2010 in Leipzig, Eisenhüttenstadt, Görlitz, Altenburg, Buckow, Wittenberge und Boltenhagen. Regisseur Daniel Guenter Schwarz, Absolvent der Hochschule für bildende Künste Hamburg unter Prof. Wim Wenders, sowie der Hauptdarsteller Peter Pistivsek werden bei der Premiere anwesend sein. Karten erhalten Sie in der Tourist-Information der Kurverwaltung oder an der Abendkasse. Der Eintritt kostet 5€. Musikalisch wird der Abend begleitet durch Reuters Fritzen und UNLOVED.

In seinem Episodenfilm nimmt der junge Regisseur Daniel G. Schwarz den Betrachter mit auf eine Reise durch sieben ostdeutsche Städte. Zusammen mit den beiden Hauptfiguren führt der Film durch kleine authentische Milieus. Lokale Laiendarsteller, reale Schauplätze und Musik aus den jeweiligen Städten vermitteln ein Gefühl der Unmittelbarkeit. Die sieben Geschichten schwanken stets zwischen Fiktion und Realität, zwischen Geschriebenem und tatsächlichen Ereignissen und fordern so den Betrachter auf, sich selbst ein Bild zu machen. Die ruhigen, nahezu poetischen Aufnahmen beschreiben ein Kino des Entdeckens: ohne gewohnte Dramaturgie, getragen allein von Bewegung, Zeit und Rhythmus.

ENTSTEHUNG DES FILMS

boltenhagen-wird-zur-filmkulisse

Für die einzelnen Episoden machte sich Regisseur Daniel G. Schwarz auf eine akribische, fast ethnologische Recherche mitten in Deutschland, die insgesamt vier Jahre dauerte: Für jeweils drei Monate lebte er in den sieben ostdeutschen Städten. Er sprach mit den Menschen dort, ging in ihre Kneipen und Restaurants und sammelte individuelle Geschichten. Gleichzeitig suchte er Fakten in Archiven und Zeitungen, um die Vergangenheit der Städte, ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung kennen zu lernen. Fotos dienten dabei als wesentliches Mittel, um Farben und Stimmungen zu finden, um zu kombinieren und langsam Zusammenhänge festzustellen. Auf der einen Seite traf Schwarz das offizielle Antlitz der Orte: Bürgermeister und Vorstände der örtlichen Unternehmen, die ihm dann bei der Finanzierung der Dreharbeiten halfen. Auf der anderen Seite hörte er abends in den Kneipen die persönlichen Geschichten der Einwohner. Danach erarbeitete Schwarz jeweils mit den beiden Darstellern ihre Figuren, die auf unterschiedliche Art sein »alter ego« darstellen. Für die Dreharbeiten reiste er dann mit ihnen zusammen erneut an die Orte und verfilmte mit ihnen einige jener Begegnungen, die er zuvor erlebt hatte.

VOM SUCHEN ist der erste Spielfilm von Daniel G. Schwarz. Die einzelnen Episoden entstanden von 2007 bis 2010 als sieben 20-Minüter an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HfBK), mit denen er 2011 sein Diplom bei Wim Wenders und Gerd Roscher ablegte. 2012 entstand die Langfilmversion als Gemeinschaftsproduktion zwischen DGS Film und der Leipziger DEPARTURES Film mit Unterstützung der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM).

DER FILM

LISA (28)

soll eigentlich nur im Rahmen ihres Lehramtsstudiums historische Sakralbauten und Baudenkmäler Ostdeutschlands erfassen. Doch sie verlässt ihren vorgegebenen Weg, löst sich von ihrem behüteten Dasein in der bayerischen Heimat und der Familie, die sich als Illusion herausstellt.

BRUNO (55)

bruno-und-seine-demenzkranke-mutter

ist durch die Suche nach seinem Sohn, der den Kontakt abgebrochen hat, und der Verantwortung für seine demenzkranke Mutter ein ewig Rastloser. Im Laufe seiner Reise, die er mit amateurhaften Aufnahmen bebildert, räumt er mit familiären Problemen und Verpflichtungen auf. Denn Bruno lernt, die Welt durch eine Art Filter zu betrachten, und schafft es durch die Distanz der Linse, seine Probleme zu relativieren.

Jede der sieben Episoden beinhaltet einen SONG. Diese Songs spiegeln in ihrer Verschiedenheit die unterschiedlichen Atmosphären der bereisten Orte wider und reichen vom mit dem Akkordeon gespielten, melancholischen Volkslied bis hin zum rebellischen Hip Hop-Song einer Jugendgruppe.

 

VOM SUCHEN

gibt Zeiten und Orte, Alltägliches und Besonderes in höchst möglicher Authentizität wieder, daher werden lediglich die beiden Hauptrollen von Schauspielern verkörpert. Die Menschen vor Ort spielen sich selbst, so dass der Film einen deutlich dokumentarischen Charakter erhält. Die sieben Orte sind vordergründig durch eine gemeinsame politische Vergangenheit verbunden, haben sich aber den Herausforderungen nach der Wende ganz unterschiedlich gestellt. Jede der Städte bietet ganz eigene, aus sich heraus gewachsene Möglichkeiten und vermittelt ein eigenes Lebensgefühl.

Die Premiere des Spielfilms „Vom Suchen“
Markiert in:         

Kommentar verfassen

Twitter