Utrecht gibt Werke von Bloemaert nach Schwerin

Das Centraal Museum Utrecht und das Staatliche Museum Schwerin zeigten im Frühjahr 2012 die weltweit erste umfassende Einzelausstellung zu Abraham Bloemaert (1566-1651), dem „Vater der Utrechter Schule“. Ein über diese Kooperation hinausreichendes Ereignis ist die Leihgabe einiger Werke Bloemaerts für die Schweriner Niederländersammlung. Erstmals ist es nun möglich, ein Hauptwerk dieses wichtigen Künstlers für längere Zeit in den Kontext der Schweriner Sammlung einzufügen und damit eine empfindliche Lücke zu schließen.

Es handelt sich um die lebensgroße Anbetung der Hirten, die im Mittelsaal des Museums in den Kontext der Werke von Hendrick ter Brugghen und Gerard van Honthorst, aber auch Peter Paul Rubens und Jacob Jordaens gebracht wird. So wird wahrnehmbar, dass nord- und südniederländische Malerei durchaus ebenbürtig waren und dass beispielsweise die große religiöse Malerei eines Ferdinand Bol oder eines Rembrandt in Amsterdam auf eine Tradition aufbauen konnte, die häufig vergessen wird. Zwei kleine Genrebilder Abraham Bloemaerts, ebenfalls langfristige Leihgaben des Utrechter Museums, die neben Werken von Paulus Potter und David Teniers gezeigt werden, belegen die Vielfalt der Bloemaert’schen Kunst und unterstreichen die fortdauernde Kooperation der beiden Museen in Utrecht und Schwerin.
 
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Der Einfluss Abraham Bloemaerts auf die Geschichte der Malerei ist außergewöhnlich groß, nicht zuletzt weil er ein wichtiger Lehrmeister war. In Archivalien sind 33 Namen von Lehrlingen genannt, doch schätzt man, dass er etwa 100 Schüler gehabt hat. Die wichtigsten Meister der Utrechter Schule begannen ihre Laufbahn in seinem Atelier, darunter die Caravaggisten Hendrick ter Brugghen und Gerard van Honthorst, aber auch italianisante Landschaftsmaler wie Cornelis van Poelenburch, Jan Both und Jan Baptist Weenix, sowie der deutschstämmige Nicolaus Knüpfer. Alle diese Maler sind in der Schweriner Sammlung mit wichtigen Werken vertreten, nur der Meister selbst fehlt. Der Grund hierfür ist in der Geschichte der Sammung zu suchen – Christian Ludwig schätzte religiöse Themen nicht besonders. Außerdem erreichen Bloemaerts Werke nicht selten Formate wie die Gemälde der großen flämischen und italienischen Meister, auf die der Herzog, sicher aus Kostengründen, ebenfalls verzichten musste.

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Utrecht gibt Werke von Bloemaert nach Schwerin

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