Sammlung von Uecker in Schwerin

Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien und Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin ermöglichen Erwerbung einer Uecker-Sammlung für das Staatliche Museum Schwerin.

Sammlung von Uecker im Staatlichen Museum Schwerin

Sammlung von Uecker im Staatlichen Museum Schwerin

Günther Uecker zählt zu den herausragenden deutschen Künstlern mit weltweiter Reputation. Seit mehreren Jahren hat das Staatliche Museum Schwerin an der Zusammenstellung eines Werkkomplexes von Günther Uecker gearbeitet, der sein Werk repräsentiert und in der deutschen Museumslandschaft ohne Beispiel ist. 2011 wurde dem Staatlichen Museum Schwerin eine private Uecker-Sammlung zum Kauf angeboten. Der Erwerb dieser Kollektion für das Staatliche Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow wurde möglich durch die großzügige Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin sowie durch Mittel des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern.

Hierzu erklärt Kulturstaatsminister Bernd Neumann: „Die herausragende Sammlung zum Schaffen Günther Ueckers – einem der bedeutendsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit – findet nun in der Galerie Alte und Neue Meister des Staatlichen Museums in Schwerin eine angemessene Heimat. Durch den Erwerb der Exponate aus der Sammlung Drautzburg entsteht zusammen mit dem Werksatz Der geschundene Mensch ein einzigartiger Werkkomplex, der das Schaffen Günther Ueckers in seltener Dichte präsentiert. Ich freue mich, dass diese dauerhafte Ausstellung auch durch die finanzielle Unterstützung meines Hauses ermöglicht werden konnte.“

Erwin Sellering, Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzt:

„Günther Uecker ist einer der wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart. Seine Werke finden national und international große Beachtung. Deshalb freue ich mich sehr, dass diese Sammlung des in Mecklenburg-Vorpommern geborenen Künstlers künftig in Schwerin zu sehen sein wird. Das macht das Staatliche Museum um eine weitere Attraktion reicher.“

Dr. Michael Ermrich, Vorstandsvorsitzender der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, begründet das gemeinsame Engagement der Stiftung und der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin für den Erwerb der Sammlung: „Wer Günther Uecker und sein Werk verstehen will, muss nach Mecklenburg kommen. Hier ist zu sehen, was ihn prägte, hier wird nun auch zu sehen sein, was er daraus gemacht hat. Als langjährige Partner haben wir das Staatliche Museum Schwerin besonders gern bei diesem Ankauf unterstützt.“

Uecker, 1930 in Wendorf (Mecklenburg) geboren, hat mit seinen Werken aus der Zero-Zeit, mit der Einführung des ‚Nagels’ als ästhetisches Mittel der deutschen und später auch der internationalen Kunst vollkommen neue Wege eröffnet. Als Mitglied der Künstlergruppe ZERO gehört Uecker zu

einer Generation deutscher Künstler, die nach dem Zweiten Weltkrieg als erste die deutsche Avantgardekunst wieder international etablierten. Darüber hinaus zählt Uecker zu den wenigen deutschen Künstlern, die sich nicht nur mit ihrem Frühwerk, sondern auch mit einem komplett eigenständigen Spätwerk ein ausgeprägtes internationales Renommée erarbeitet haben.

Uecker studierte von 1949 bis 1953 Malerei in Wismar und an der Kunstakademie in Berlin Weißensee. 1955 verließ er die DDR. Sein Studium beendete er 1958 an der Kunstakademie Düsseldorf. Nägel als ein Hauptgestaltungsmittel setzte er erstmals 1956/57 ein – ein Material, das bis heute im Zentrum seines Schaffens steht. Ab 1962 begann er mit der Übernagelung von Möbeln, Musikinstrumenten und Haushaltsgegenständen, kombinierte dann Nägel mit dem Thema Licht und entwickelte Serien von kinetischen Nagel- und Lichtobjekten. In den 60er und 70er Jahren war Uecker mit seinen Werken auf der Kasseler documenta und der Biennale in Venedig zu sehen.

In den kommenden Jahrzehnten wandte er sich immer stärker politischen Inhalten zu. Werke von Uecker befinden sich in wichtigen nationalen und internationalen Museen. Bis heute aber beherbergt kein Museum im Norden Deutschlands einen Werksatz Ueckers, der sein Schaffen umfassend widerzuspiegeln vermag. Das ändert sich nun: Ab Frühjahr 2014 wird Uecker mit 13 Skulpturen, Installationen und Reliefs in der Galerie Alte & Neue Meister des Staatlichen Museums Schwerin zu sehen sein. Es wird so ein Ort für die Auseinandersetzung mit einem der wichtigsten Nachkriegskünstler geschaffen, der nahe dem Geburtsort des Künstlers liegt.

Die Sammlung umfasst Objekte aus den späten 1960er bis frühen 1980er Jahren und reflektiert die Vielfalt des künstlerischen Werks von Günther Uecker. Besonders hervorzuheben sind singuläre Arbeiten wie das überarbeitete fotografische Selbstporträt (1963), der Fadenstuhl (1969) und das Twine Object (1971), die neben klassischeren Werken wie dem Elektrischen Garten (1966) oder dem Prototyp für den „Tisch der Austreibung“ in Lodz (um 1968/1977) wesentliche Aspekte von Ueckers Werk beleuchten.

Zusammen mit kleineren Multiples stellt das Konvolut der Sammlung eine treffende Übersicht über das gesamte Vokabular von Günther Uecker dar. Dabei wird deutlich, wie sehr Ueckers Werk stilprägend geworden ist. Er experimentierte mit verschiedenen Materialien und Objekten. Seine Arbeiten stehen im Spannungsfeld von Minimal Art, Pop Art und Konzeptkunst, sie zeugen in ihrer unvermittelten Direktheit und gedanklichen Klarheit gleichermaßen von spiritueller Kraft und politischem Engagement.

Günther Uecker in derart fundierter Weise in unserem Land, seinem Geburtsland, präsentieren zu können, trägt nachhaltig zur Reputation der Landeshauptstadt Schwerin und der Kultur in unserem Bundesland bei. Ueckers international geachtete Kunst hat ihren Ursprung in der mecklenburgischen Landschaft, die reliefartigen Nagelbilder, ein „Markenzeichen“ für Uecker, erinnern an wogende Kornfelder. Zugleich stimulieren die ins Holz getriebenen Nägel aber auch Assoziationen, die an die Verletzung und Verwundbarkeit des Menschen erinnern.

Die Uecker-Sammlung ist vom 10. bis 18.8.2013 frei zugänglich für Besucher.

Staatliches Museum Schwerin www.museum-schwerin.de Tel 0385-59 58 119 Alter Garten 3, 19055 Schwerin otto@museum-schwerin.de Fax 0385-59 184 74

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