Außergewöhnlich: Rakete, Wal und Feuertunnel in Meck-Pomms Museen

Besuche in den über 200 Museen und Ausstellungen in Mecklenburg-Vorpommern bedeuten Stauen, Lernen, Experimentieren, Lachen, Forschen, Verstehen. Familien können ihren Kindern zeigen, wie das Leben entsteht, wie schwer die Arbeit früher war, was künftig auf sie zukommen mag. Dabei gibt es lehrreiche Einrichtungen wie das Ozeaneum Stralsund, historische Häuser wie das Schweriner Schloss, spannende Touren wie durch den Natur- und Umweltpark Güstrow, technische Museen wie das Phantechnikum in Wismar oder auch täuschende Ausstellungen wie das Fälschermuseum Binz mit Nachbildungen der Mona Lisa oder des Kreidefelsens.


Die phantastische Unterwasserwelt erkunden
Mittlerweile hat das Ozeaneum fast drei Millionen Besucher begrüßt. Es ist mehrfach ausgezeichnet, als Europas Museum des Jahres 2010, als Unternehmen des Jahres 2011 und nicht zu vergessen als Erlebnispartner im Rahmen des Qualitätsmanagements Familienurlaub, der mit dem Urlaubskönig-Siegel zertifiziert ist. Auf zwei großen Aquarienrundgängen vorbei an sechs Millionen Litern Meerwasser ist eine europaweit einzigartige Unterwasserreise durch die nördlichen Meere zu bestaunen. In den Sommerferien gibt es viele Sonderaktionen. Zum Beispiel können Kinder beim Spiel “Frag dich schlau” mehr über die Riesen der Ozeane erfahren wie über die 2,50 Meter lange Sandtigerhaidame Niki und im “Kunstlabor” wird ein individuelles Meereskartenspiel gebastelt. Wer einmal auf den Bänken direkt unter dem lebensgroßen Skelett eines Blauwals gelegen hat, bekommt Respekt vor dem größten Tier der Erde.

Nicht weit vom Ozeanuem entfernt ist die „Mutter“ der Stralsunder Ozean-Ausstellungen zu finden: Das über 60 Jahre alte Meeresmuseum in einem alten Dominikanerkloster. In den tropischen Aquarien sind 2.000 lebende Meerestiere zu bestaunen, die zu 300 verschiedenen Arten gehören. Besonders beliebt sind neben den Führungen durch die Unterwasserwelten die Fütterungen. Bei Meeresschildkröten dienstags und freitags um 13.15 Uhr und bei den Haien montags, mittwochs und freitags um 14.00 Uhr. Im Jahr 2011 besuchten mehr als eine Million Gäste die vier Standorte des Deutschen Meeresmuseums. Zum Meeresmuseum gehören nicht nur das Ozeaneum, sondern auch das Natureum auf Fischland-Darß-Zingst mit seinen Tierpräparaten und das Nautineum auf der Insel Dänholm mit Exponaten aus der Meeresforschung. Das Nautineum zeigt seit 2012 ein spezielles Tauchboot. Mit dem 4,30 Meter langen SOVI (Shark Observer Vehicle) wurden Weiße Haie beobachtet und erforscht. www.meeresmuseum.de

Da Mecklenburg-Vorpommern auch ein Land der 2.000 Binnenseen ist, widmet sich ein Haus speziell den heimischen Tieren: Das Müritzeum in Waren an der Müritz. Pro Jahr gehen hier rund 190.000 Besucher mit einem Maränenschwarm auf Tauchgang, lauschen dem Konzert der Laubfrösche im Moor oder sehen wie Kraniche in der Müritz fischen. Das Motto des Müritzeum „Natur erleben. Natur verstehen.“ erstreckt sich vom Leben im Wasser bis zum Leben an Land und in der Luft. Tausendjährige Baumgiganten sind ebenso zu entdecken wie winzige Waldbewohner. www.mueritzeum.de

Faszinierender Ursprung und spannende Gegenwart
Die Tierwelt ganz nah erleben kann man in den Zoos und Tierparks in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in naturbelassenen Arealen wie den Natur- und Umweltpark Güstrow (NUP). Die Braunbären Fred und Frode sind täglich auf dem Bärenberg zu beobachten oder über die Bären-Webcam unter www.nup-guestrow.de. Hirsche, Eulen, Adler und nachts die Wölfe können auf geführten Touren durch den NUP erlebt werden. Auf 200 Hektar sind es über 1000 Tiere aus 76 Arten. Diese Abenteuerlandschaft sucht in Deutschland ihresgleichen. Wurzeltunnel, Erdhöhlen, Kletterpfad, Wandelgänge, Klettertürme, Palisadenhof und ein Baumhaus locken die Familien nach Güstrow. Schmetterlinge sind in Güstrow auch zu sehen, aber längst nicht so viele wie in Trassenheide auf der Schmetterlingsfarm. Sie ist Europas größtes Schmetterlingshaus mit über 5.000 Quadratmetern. In der Tropenhalle fliegen mehr als 2.000 tropische Schmetterlinge herum. Dazu gibt es ein Insektenmuseum, eine Vogelspinnenschau, eine Glasausstellung, ein Insektenkino und eine Ausstellung „Geheimnisvolle Welt Asiens”. www.schmetterlingsfarm.de

Der Ursprung allen Lebens wird im Rostocker Zoo aufgearbeitet. Ab dem 8. September 2012 wird das Darwineum eröffnet sein. Die Besucher werden in die Welt der Gorillas und Orang-Utans sowie von mehr als 40 spektakulären Tierarten entführt. Das neuartige „Edutainment“-Konzept ist ein Mix aus Bildung (engl. Education) und Unterhaltung (engl. Entertainment). Es verbindet Evolutionsausstellung auf Charles Darwins Spuren und moderne Tierhaltung in naturnahen Ökosystemen. Das Darwineum wird damit einzigartig. Auf 20.000 Quadratmetern können Besucher Abenteuer, Umweltbildung und Wissenschaft zum Anfassen, Mitmachen und Mitdenken erleben. Eine Ausstellung reicht eine Milliarde Jahre zu den Anfängen des Lebens zurück. Lebende Fossilien wie Schlammspringer oder Schnabeligel werden gezeigt. In den Aquarien schwimmen Malawi-Buntbarsche, Seepferdchen und Quallen. Ein weiterer Bereich dient dem Blick in Zukunft. Im „Forschungslabor“ wird Wissenschaft zum Anfassen präsentiert. Das Darwineum enthält ebenso eine 4.000 Quadratmeter große Tropenhalle, in der Menschenaffenfamilien der Orang-Utans und Gorillas in naturnahen Lebensräumen mit Gibbons, Faultieren, Flughunden und Zwergseidenäffchen zusammenleben. Die Tiere haben auch ihr Freigelände. Über Hängebrücken können die Besucher ihnen sehr nahe kommen. www.darwineum-zoo-rostock.de

Technik, die alle Generationen begeistert
Die Welt entdecken. Das ist der natürliche Drang jedes Kindes. Im Experimentarium Zingst sind Kinder darum genau richtig. Hier können sie erforschen, was Tintenfische, Quallen und Raketen gemeinsam haben. Sie lüften das Geheimnis mit selbstgebauten Blasrohrraketen oder Raketenautos. Bis zum 25. September können die Kleinen sehen wie Galilei oder Röntgen in ihren Kinderschuhen waren in der Sonderausstellung „Inspiration Natur – Patentwerkstatt Bionik“. Das Experimentarium Zingst bietet Experimente aus der gesamten Palette der Naturwissenschaften. Man kann optischen Täuschungen auf den Grund gehen oder in die Unendlichkeit blicken. Hier können Kinder auch Scheine für die historischen Braun-Segel-Zeesenboote oder Traktoren-Hindernisfahrten machen. www.zingst.de
Traktoren aus der Zeit unserer Großväter sind seit Sommer 2012 in der Mecklenburgischen Seenplatte wieder zu sehen. Das Agroneum in Alt Schwerin, einst das Agrarhistorische Museum, hat nach fast drei Jahren Umbau wieder geöffnet. Alte Pflugscharen und Kutschen, ein ehemaliges LPG-Gebäude und eine alte Dorfschule zeigen das Leben früher. Zum Museumsdorf gehören darüber hinaus eine Schmiede, eine Stellmacherei, eine Holländerwindmühle, ein Sägegatter, eine Seilerei und eine Feldbahn. www.museum-alt-schwerin.de

Der Traum vom Fliegen ist der Kindheitstraum schlechthin. Otto Lilienthal hat mit seiner Forschung unter anderem in Anklam diesen Traum wahr werden lassen. Im Otto-Lilienthal-Museum Anklam wird des großen Flugpioniers, Ingenieurs und Humanisten gedacht. Zu sehen sind mehr als zehn Flugzeugentwicklungen. Im museumspädagogischen Natur- und Erlebnispark am Anklamer Flugplatz wird zudem die Physik des Fliegens erklärt und erlebbar gemacht. www.lilienthal-museum.de
Technik von gestern, heute und morgen sind künftig im Phantechnikum Wismar zusammengefasst unter dem Motto: Sehen, staunen und experimentieren. Große Namen wie Otto Lilienthal in Anklam oder Ludwig Bölkow in Schwerin haben in Mecklenburg-Vorpommern das Flugwesen vorangebracht. Die Geschichte wird im Glashaus nahe des Tierparks Wismar gezeigt. Der 1:1-Nachbau einer Fokker DR I, das berühmte Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg, ist zu sehen. Auch stehen Eisenacher Oldtimer wie der EMW 340 und der F 9 hier. Die Geschichte des Fahrrades kann erlebt und auf historischen Nachbauten ausprobiert werden.

Das Phantechnikum wird ab Herbst 2012 auch Fragen der vier Elemente beantworten. Wirft Feuer Schatten? Kann Erde schmelzen? Gibt es Wände aus Luft? Wer kann über Wasser gehen? Die Elemente werden für den Besucher in völlig neue Dimensionen gebracht. Er betritt durch einen „Feuertunnel“ ein Versuchslabor oder besteigt eine „Wassertreppe“. Das Phantechnikum ist eine Zusammenarbeit des Technischen Landesmuseums und der Hansestadt Wismar. www.phantechnikum.de

Außergewöhnlich: Rakete, Wal und Feuertunnel in Meck-Pomms Museen

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