Winterausstellung im Wirtschaftsgebäude des Güstrower Schlosses ist Horst Hussel gewidmet

Winterausstellung vom 8. Dezember 2012 – 20. Januar 2013 im Wirtschaftsgebäude des Güstrower Schlosses ist Horst Hussel gewidmet. Eine Schenkung des Berliner Sammlers Christoph Müller an das Staatliches Museum Schwerin.

 
 
 
 
Horst Hussel (geb. 1934 in Greifswald) zählte zu den bedeutendsten Buchkünstlern der DDR. Der in Mecklenburg aufgewachsene Graphiker, Maler und Schriftsteller blieb dem Land und dem Mecklenburgischen „an sich“ eng verbunden, obwohl er seit gut fünfzig Jahren in Berlin lebt und arbeitet. So erfindet er die Währung einer revolutionären mecklenburgischen Exil-Räterepublik (mitsamt ihrem Bankpräsidenten), zu bestaunen in der Ausstellung, und er begibt sich auf musikgeschichtliche Spurensuche nach dem vergessenen Komponisten Albrecht Kasimir Bölckow aus Gägelow bei Sternberg.

Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden die schönsten Blätter einer um 1998/99 entstandenen umfangreichen Radierungsfolge mecklenburgischer und schottischer Landschaften, die zu den Höhepunkten in Hussels Gesamtschaffen zu rechnen sind. Die zumeist zart kolorierten, bewegt vorgetragenen Kaltnadelradierungen halten das Wesen nördlich-karger Sturm- und Küstenlandschaften fest und sind mit phantastischen Aperçus und eigenwilliger Poesie ausgestattet.

Anlass der Präsentation ist die mehr als 70 Stücke umfassende Schenkung des Berliner Sammlers Christoph Müller, die Werke Hussels ab 1979, hauptsächlich aber aus den 1990er Jahren beinhaltet. Müller, bekannt durch seine Sammlung niederländischer Malerei und Graphik vor allem des 16. bis 18. Jahrhunderts, interessiert sich – unter anderem – für Berliner Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts und trägt entsprechende kleinere Konvolute zusammen. Im Jahr 2013 wird er dem Staatlichen Museum Schwerin 153 seiner niederländischen Gemälde als Schenkung übergeben.

Das Hussel-Konvolut erhält das Kupferstichkabinett des Staatlichen Museums Schwerin bereits ein Jahr zuvor. Es liegt nahe, diese Schenkung in Güstrow zu präsentieren: als Hommage an die Gegend um Sternberg und Güstrow, mit der sich Hussels Werk so intensiv und fabulierend beschäftigt. Und weil die Ausstellung auf Schloss Güstrow gezeigt wird, noch dazu in einer Jahreszeit, die sich zum Geschichtenerzählen besonders eignet, legt Christoph Müller gleich noch zwei Nagelbilder Hussels von 2012 oben drauf: Materialcollagen mit historischen, aus dem Güstrower Schloss stammenden Nägeln, die dem Künstler vor Zeiten geschenkt wurden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der die Schenkung umfassend dokumentiert, mit Essays unter anderem von Christoph Müller und Friedrich Dieckmann sowie einem Interview mit Horst Hussel.

Die Eröffnung findet im Rahmen eines „Rendezvous im Schloss“ am Freitag, dem 7. Dezember um 18 Uhr statt. Die Ausstellung ist geöffnet Di -So von 11-16 Uhr. Öffnungszeiten an den Feiertagen: 24.12. geschlossen, 25.12./1.1. 12-16 Uhr; 26.12./31.12. 10-16 Uhr.

Foto Schloss Güstrow © Jeggna

Staatliches Museum Schwerin Schloss Güstrow
Franz-Parr-Platz 1
18273 Güstrow
www.schloss-guestrow.de
info@schloss-guestrow.de
T 03843-7520 F 03843-682251 Di – So 10-17 Uhr

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