Unterwegs im Müritz-Nationalpark

„Einfach großartig. Unvergesslich. Ein Höhepunkt in unserem Urlaub. So etwas gibt es ja leider nicht bei uns daheim.“ So lautete das begeisterte Urteil von Beatrice Eggmann und Bert Schmid. Das Ehepaar, das in der Nähe von Winterthur in der Schweiz zuhause ist, hatte am Donnerstag mit rund 20 weiteren Naturfreunden an einer geführten abendlichen Tour zu den Schlafplätzen von Kranichen am Reederangsee im Müritz-Nationalpark teilgenommen.

Kraniche am Reederangsee im Müritz-Nationalpark

Kraniche im Müritz-Nationalpark

Auf einem großen, gut getarnten Beobachtungsstand erlebten sie über eine Dreiviertelstunde lang ein eindrucksvolles Naturschauspiel in ihrer Nähe. Laut trompetend schwebten hunderte „Vögel des Glücks“ in kleinen und größeren Gruppen am Ostufer in ihr Nachtquartier ein.

Der See in der Nähe von Waren ist seit Jahrzehnten einer der größten Rastplätze für Kraniche in Deutschland. Diese legen hier im Herbst einen Zwischenstopp auf ihrem Weg in die Winterquartiere der warmen südlichen Gefilde von Frankreich, Spanien oder Nordafrika ein. Dabei schätzen sie das üppige Futterangebot und die relative Ruhe im Schutzgebiet. Genau 1.830 Kraniche wurden am vergangenen Montag bei der wöchentlichen Bestandsaufnahme durch Ornithologen am Rederangsee gezählt.

Seit dem 19. August können Besucher des Müritz-Nationalparks wieder an den abendlichen Beobachtungstouren teilnehmen. Sie beginnen an den Nationalpark-Informationsstellen in Federow und Schwarzenhof und werden bis zum 20. Oktober angeboten. Besonders umweltbewusste Gäste verzichten auf eine Anreise mit dem Auto und kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu den Treffpunkten. Oder sie nutzen den „Kranich-Bus“ der Nationalparklinie ab der Steinmole in Waren gegenüber dem „Müritzeum„. Der Preis für die Hin- und Rückfahrt ist bereits im „Kranich-Ticket“ enthalten, das sich seit nunmehr zehn Jahren bewährt hat. (Für Kinder von 7 bis 15 Jahren kostet es vier Euro, für Erwachsene 7,50 Euro.) Die Busse fahren jeweils eine halbe Stunde vor dem Start der Exkursionen zum Reederangsee ab. Dieser variiert je nach Einsetzen der Dämmerung. So beginnen die geführten Touren bis zum 10. September ab 18 Uhr, bis zum 22. September ab 17.30 Uhr, bis 30. September ab 17 Uhr, Bis 8. Oktober an 16.30 Uhr und danach bis zum 20. Oktober um 16 Uhr. Da die Teilnehmerzahlen für die Touren begrenzt sind, empfiehlt sich zuvor eine telefonische Anmeldung unter 03991 – 66 88 49.

Die Wanderstrecke zum Rederangsee und zurück beträgt jeweils etwa zwei Kilometer. Fachkundige Führer wie Alfred Bohnenstädt wissen auf dem Weg viel Interessantes aus dem Alltag im Müritz-Nationalpark zu berichten, beantworten gern Fragen und erzählen auch manche Anekdoten. Die Teilnehmer der geführten Wanderungen sollten möglichst dunkle Kleidung und festes Schuhwerk tragen, sich auf dem Beobachtungsstand ruhig verhalten, ihre Handys ausschalten und beim Fotografieren keinen Blitz benutzen, betont Alfred Bohnenstädt.

Zu beachten ist für alle übrigen Besucher des Müritz-Nationalparks, dass im Zeitraum der Kranichrast bis zum 31. Oktober jeweils eine Stunde vor Exkursionsbeginn der Wanderweg „Rotes Eichhörnchen“ zwischen Federow und Schwarzenhof im Bereich des Reederangsees und der langen Dämme gesperrt wird. Dasselbe gilt auch im Bereich der Spuklochkoppel. Umleitungen sind ausgeschildert.

(Weiter Infos unter www.mueritz-nationalpark.de)

TV-Tipp: Das ZDF hat am Donnerstag bei der abendlichen Exkursion zum Reederangsee einen Beitrag gedreht. Dieser wird in der Sendung „Länderspiegel“ voraussichtlich am Sonntag, den 7. September, um 17.05 Uhr zu sehen sein.

Unterwegs im Müritz-Nationalpark

Kommentar verfassen

Google+ Twitter Facebook