Großherzog Friedrich Franz I. eröffnet Badesaison in Heiligendamm

Um an die Anfänge der Badekultur in Heiligendamm zu erinnern, zelebriert eine in historischen Kostümen gekleidete Badegesellschaft das alljährliche „Anbaden“ am Strand von Heiligendamm. In diesem Jahr beginnt das historische Anbaden am 15. Juni ab 14 Uhr mit einem Festzug von Bad Doberan zum Historienspiel an der Seebrücke in Heiligendamm. Eine schöne Tradition, die vor der „Weißen Stadt am Meer“ seit 2004 durchgeführt wird. Auch früher wateten Herzog und Herzogin von Mecklenburg-Schwerin mit ihrem Gefolge in Deutschlands erstem Seebad in der kühlen Ostsee.


Die Anfänge des Seebads Heiligendamm gehen auf das Jahr 1793 zurück, als man aus England die Mode des „Heilbadens“ übernahm. Es begab sich zu der Zeit, dass Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin von seinem Leibarzt, Professor Samuel Gottlieb Vogel, den wohlmeinenden Rat erhielt, aus
gesundheitlichen Gründen in der Ostsee zu baden. Wegen der Nähe zur Sommerresidenz in Doberan wurde Heiligendamm zum ersten Seebad Deutschlands und entwickelte sich zu einer der besten Adressen des gesellschaftlichen Lebens in Europa.

Kurhaus Heiligendamm
Kurhaus Heiligendamm

Ein Aufenthalt im mondänen Kurort mit den klassizistischen Gebäuden war sehr schnell ein gesellschaftliches Muss. Das ursprüngliche, geschlossene Panorama und der Farbkontrast der weißen Gebäude vor sattgrünen Buchenwäldern machen den Reiz des Ortes aus und brachten Heiligendamm den Beinamen „Weiße Stadt am Meer“. Das Wahrzeichen Heiligendamms ist das von Carl Theodor Severin entworfene Kurhaus, das als „Empfangs-, Gesellschafts-, Tanz- und Speisehaus“ – so die Quellen – 1816 eingeweiht wurde. Das prachtvolle Gebäude befindet sich heute in Sichtachse zur Seebrücke. Von dort kann das gesamte Panorama überblickt werden. Nicht nur die Tradition des Heilbadens wurde aus England übernommen, sondern auch praktische Einrichtungen wie der Badekarren. Im Jahre 1803 kam diese Kombination aus schicklicher Umkleidekabine und Badeanstalt in klein auch in Mecklenburg in Mode. Anfangs noch äußerst sittlich mit strikter Geschlechtertrennung.

Die „Historische Badegesellschaft“ am Strand von Heiligendamm bildet jedes Jahr einen Höhepunkt und zieht Tausende Besucher an. Nach der Zeremonie des Anbadens, in die stets kleine hübsche Geschichten und Wortgefechte zwischen den Hoheiten geflochten sind, finden sich Besucher und einige Herrschaften aus der Badegesellschaft zu kleinen Picknicks am Strand zusammen, während der „Herzog und Herzogin von Mecklenburg-Schwerin“ mit ihrem Gefolge wieder nach Doberan reisen. Die meisten Gäste schauen dem Spektakel von der Seebrücke aus zu.

Für den, der mehr über die Badegeschichte des ältesten deutschen Seebades wissen möchte, bietet sich ein Besuch im Stadt- und Bädermuseum in Bad Doberan an. Während der Festwoche haben Besucher hier die Möglichkeit die Sonderausstellung „Grüße aus Heiligendamm“ mit Postkarten, Fotos, Prospekten, Speisekarten, Souvenirs, Nützlichem und Nippes aus der 220-jährigen Geschichte von Heiligendamm kennen zu lernen.

Am letzten Sonntag der Festwoche, dem 16. Juni um 10.30 Uhr, findet auf der Heiligendammer Seebrücke ein Festgottesdienst statt, der gleichzeitig der Auftakt in den Sommer der Seebrückengottesdienste ist.

Festwoche 9. – 16. Juni 2013
Täglich findet in der Zeit von 11 bis 21 Uhr ein „Plaisir auf dem Kamp“ rund um den Weißen Pavillon statt. Das Fest nach historischer Tradition der Landleute ist gespickt mit kulinarischen und literarischen Vergnügungen aus der Zeit des Großherzogs.

Lassen Sie sich überraschen von weiteren Höhepunkten und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr.

www.220-jahre-heiligendamm.de

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