Außergewöhnliche 23. Hanse Sail Rostock

Die Erfolgsformel des maritimen Festes lautet: „Die Schiffe zuerst!“
Vom 8. bis 11. August 2013 findet mit über 200 Traditionsseglern und Museumsschiffen aus zwölf Nationen die 23. Hanse Sail Rostock statt. Erwartet werden wieder rund eine Million Besucher. Schirmherrin der Veranstaltung ist zum ersten Mal Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Hanse Sail greift erneut auf populäre Losungen und freundliche Imperative zurück. Für Partner, Freunde und Gäste der Hanse Sail, und das ist auch symbolisch gemeint, heißt es wieder: „Willkommen an Bord“ und ganz konkret „Segeln Sie mit!“.


Die Basis für die Realisierung dieser verlockenden Aufforderungen ist die einfache Formel: „Die Schiffe zuerst!“. So lautet auch die Selbstverpflichtung der Sail-Organisatoren, der sie das ganze Jahr nachkommen. Auch in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, wie im Programm-Heft SAIL KOMPASS, ist diese Priorität ganz vorn platziert. Traditionssegler und Museumsschiffe sind der Kern der Hanse Sail, der sie für Besucher, Medien und Sponsoren so attraktiv macht. Die Hansestadt hat das maritime Glück, dass das Traditionsschiffsensemble wunderbar durch die modernen Geschwister der „Alten“ ergänzt wird: Am 10. August 2013 gibt es einen spektakulären Fünffach-Anlauf von Kreuzfahrtschiffen. Ein- und auslaufende Ostseefähren und die „Grauen Schiffe“ der Deutschen Marine komplettieren das Bild. Die Teilnahme ihres Segelschulschiffs „Gorch Fock“ ist ein Glanzpunkt der 23. Sail.

Erstanläufe, Jubiläen, Haikutter-Regatta, Koggen und die „Großen Russen“

Die 23. Auflage der Hanse Sail Rostock wird außergewöhnlich. Das hängt zunächst auch damit zusammen, dass „Sail Training International“ (STI) im Sommer in der Ostsee „Tall Ships Races“ zwischen Arhus (Dänemark), Helsinki (Finnland), Riga (Lettland) und Stettin (Polen) organisiert. Bemerkenswert ist nicht nur, dass neben der finnischen Hauptstadt drei langjährige Partnerstädte der Hansestadt Rostock dabei sind, sondern auch dass die Hanse Sail wenige Tage nach der Abschlussparade in Stettin stattfindet. Zwölf Windjammer werden Rostock und Warnemünde anlaufen, darunter die Bark „Kruzenshtern“ und das Vollschiff „Mir“ aus Russland, dem Partnerland der 23. Hanse Sail, die norwegische „Christian Radich“ und die polnische „Dar Mlodziezy“. Unternehmen wie AIDA Cruises, die Schlepper ARGE, die Hanseatische Brauerei Rostock, Sartori & Berger und die Stadtwerke Rostock wirken als Schiffspaten und übernehmen einen Teil der Lotsen- und Schlepperkosten. Die Viermast-Barkentine „Star Flyer“ (Malta) wird Warnemünde zum zweiten Mal nach 2012 zur Hanse Sail ansteuern.

Organisatoren und Besucher können auch zur 23. Sail einige Großsegler das erste Mal in der Hansestadt Rostock begrüßen: die deutsche Bark „Alexander von Humboldt II“ (2011), der Neubau und das Nachfolgeschiff der legendären „Alex“ mit den grünen Segeln, sowie die beiden polnischen Schiffe „Kapitan Borchardt“ (1918) und „General Zaruski“ (1939), deren Neuaufbau auch durch Rostocker Firmen und Bürger unterstützt wurde. Jüngst erhielten die Sail-Organisatoren die Zusage des Segelschulschiffs der polnischen Marine „Iskra“, welches die Hanse Sail das erste Mal seit 1996 besucht. Festmachen wird sie zusammen mit dem Vollschiff der brasilianischen Marine „Cisne Branco“ (Baujahr 2000), einem weiteren Erstbesucher, im extra für die Sail geöffneten Marinestützpunkt Hohe Düne.

Eine gute Tradition an der Warnow ist es, die Jubilare zu ehren, so die „Astarte“ (110 Jahre), die „Banjaard“ und die „Abel Tasman“ (jeweils 100) sowie die „Pippilotta“ (80). Der Dampfeisbrecher „Stettin“, ebenfalls 80, bisher bei jeder Hanse Sail dabei, startet im Vorfeld des Festes eine Tour an seine Geburtsstätte, die polnische Großstadt. „Die Schiffe zuerst!“ bezieht sich in Rostock nicht nur auf die Großen, die Erstanläufe oder die Jubilare. Zum 5. Mal findet am Vortag der Sail die Haikutter-Regatta aus dem dänischen Nysted nach Warnemünde statt. Die Ankunft des Koggen-Geschwaders aus Wismar ist nicht nur eine lebendige Erinnerung an die Hansezeit, sondern ehrt auch die Initiatoren und Erbauer der Koggen-Repliken.

Zum dritten Mal widmen sich die Sail-Organisatoren einem besonderen Takelagetyp. Nach den Windjammern (2011) sowie den Barkentinen und Toppsegelschonern (2012) stehen in diesem Jahr die Schoner im Mittelpunkt der Hanse Sail. Dieser Segelschiffstyp, bei dem auf die jahrhundertlang dominierenden Rahsegel verzichtet wird, feiert 2013 seinen 300. Geburtstag. Im nordamerikanischen Gloucester, in der Nähe von Boston, lief 1713 ein Schiff vom Stapel, das vor allem in Nordamerika und Europa eine beeindruckende Schonerbau-Entwicklung einleitete. Nahezu 30 Stagsegelund Gaffelschoner aus einem halben Dutzend Ländern nehmen an der 23. Sail teil und bieten ein spezielles Mitsegelgefühl.

Reiches Landprogramm als beliebtes Pendant zur Welt der Traditionsschiffe

Wie jedes Jahr investieren die Organisatoren und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer viel Zeit, Energie und Ideenreichtum in die Betreuung der Crews, z.B. im Rahmen der „Gastlichen Mecklenburger“ oder in das Fußballturnier der Schiffsbesatzungen, in die Gestaltung des Marktes, in Bühnenprogramme, in das Segelstadion im Stadthafen oder in Ausstellungen. Mit der ARTsail bringen sich erstmals die Kunsthalle Rostock und viele Träger von Kunst und Kultur in das Rahmenprogramm am „Rostocker Binnenmeer“, dem Schwanenteich, ein.

„Die Schiffe zuerst!“ heißt keineswegs, dass die Aktivitäten an Land im Schatten der Vollschiffe, Barkentinen oder Schoner stehen. Das Landprogramm ist das attraktive und beliebte Pendant zu den Schiffen und macht das größte Volksfest im Osten Deutschlands für alle Alters- und Geschmacksklassen „rund“. Dabei haben sich für die jüngeren Sail-Gäste richtige „Renner“ etabliert, wie der „CITTI Kids- und Funpark“ und „Rock the Ramp“ mit Skatepark am Kabutzenhof. Die im Rostocker Fracht- und Fischereihafen ansässigen Unternehmen gestalten den 1. Hanse Sail Fischmarkt am Museumshafen, die OSPA macht zwei Feuerwerke am Samstag möglich, Eurawasser die Wasserski-Shows, für den guten Ton sorgen der NDR und Antenne MV, Toyota & MAN für die Mobilität der Aktiven und Marinepool für das Outfit der Schiffsbetreuer.

Die Miss- und Mister-Wahl auf der Hanse-Sail-Bühne, die Mini-Sail im IGA-Park, das Kanonierstreffen am Gehlsdorfer Ufer, die Präsentation des nationalen Partnerlandes Brandenburg am Museumshafen oder besinnliche Momente wie das Eröffnungskonzert mit der „jungen norddeutschen philharmonie“ in der Halle 207 machen deutlich, dass das Landprogramm eine ähnlich breite Vielfalt bietet wie die Ereignisse auf dem Wasser und an der Kaikante. Das Finale gestaltet der Hanse Sail Verein in Zusammenarbeit mit der Fregatte „Shtandart“, einem Nachbau des Flaggschiffs Zar Peter I., die am Sonntag-Abend im Stadthafen aufkreuzen und die Hauptrolle in einem szenischen Spiel auf der Silo-Halbinsel übernehmen wird. Neben dem mittelalterlichen Markt „Leben in der Hansezeit“ ist hier erstmals das Kinder- und Piratenland „Störtebüker“ zu finden. Über das vielfältige Programm informieren können sich die Besucher jederzeit mobil auf ihrem Smartphone über die OZ Hanse-Sail-App.

Auch zur 23. Hanse Sail Rostock bieten die Organisatoren in Rostock-Marienehe einen Mitflugservice mit einem Wasserflugzeug an, der einen hervorragenden Überblick über die unzähligen Sail-Angebote gibt und unter der Losung steht: „Fliegen Sie mit!“.

Die 23. Hanse Sail Rostock wird komplett durch eine Übernachtung in einem Luxushotel in Rostock oder Warnemünde und bei einem Dinner in einem Gourmet Restaurant.

www.hansesail.com
Bildunterschriften
Zu Gast aus Norwegen: „Christian Radich“. Foto: Stiftung Christian Radic
Das Schiff der brasilianischen Marine „Cisne Branco“ macht in Hohe Düne fest. Foto: Brasilianische Marine
Beliebter Gast der Hanse Sail: Segelschulschiffe der Deutschen Marine „Gorch Fock“, Foto: Hanse Sail Rostock
Die Barkentine „Iskra“ meldete als „Nachzügler“ im Juli ihr Kommen. Foto: Zeglarz
Marktmeile der Hanse Sail im Stadthafen, Foto: Hanse Sail Rostock

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