Vorstellung dieser Neuerwerbung „Bernhard Heisig: Fliegenlernen im Hinterhof, 1996“ in die Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Wir laden Sie ein zur Vorstellung dieser Neuerwerbung „Bernhard Heisig: Fliegenlernen im Hinterhof, 1996“ in die Galerie Alte & Neue Meister Schwerin am 2. Februar 2016 um 11 Uhr im Staatliches Museum Schwerin.

Für die Schweriner Sammlung Alte & Neue Meister konnte mit Hilfe einer großzügigen Förderung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung ein Gemälde des Leipziger Malers Bernhard Heisig (1925 – 2011) erworben werden.

Das Werk „Fliegenlernen im Hinterhof“ (Öl auf Leinwand, 215 x 200 cm) stammt aus dem Jahr 1996 und reflektiert rückblickend die intellektuelle, künstlerische und politische Enge der vormaligen DDR.

Es zählt zu den bedeutenden musealen Werken des Künstlers und  erhält eine herausragende Stellung innerhalb der Schweriner Gemäldesammlung.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen Dr. Dirk Blübaum und Dr. Gerhard Graulich aus unserem Hause und Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, zur Verfügung.

Heisg Fliegen lernen im Hinterhof

 

Bernhard Heisig: Fliegenlernen im Hinterhof, 1996 

Bernhard Heisig (1925 – 2011) greift bei diesem Gemälde auf das für ihn zentrale Ikarus-Thema zurück, das er erstmals 1973 verbildlichte und mit dem Untertitel „Schwierigkeiten beim Suchen der Wahrheit“ versehen hat.

Inhaltlich schildert das Gemälde das absurde Unterfangen eines Paares, mittels zweier Regenschirme in die Welt hinauszufliegen. Was zu erwarten war, ist dann auch eingetroffen: der Absturz des Paares, das trotz der offensichtlichen Unmöglichkeit, den Hinterhof zu verlassen, dennoch den Versuch unternommen hat, der Enge zu entkommen. Im Vordergrund sind die Zweifler des Wohnblocks zu sehen, die gehässig das Scheitern kommentieren.

Eckhard Gillen, Kunsthistoriker mit dem Arbeitsschwerpunkt Bildende Kunst Osteuropas / insbesondere Ostdeutschlands, beschreibt das Gemälde wie folgt: „Mit den Flugübungen in der hermetischen Abgeschlossenheit eines Hinterhofes rekurriert Bernhard Heisig nicht allein auf die politischen schwierigen Verhältnisse zu Zeiten der DDR, sondern auch auf die Armseligkeit, die ein Leben an einem solchen Ort impliziert.“

Fliegen lernen im Hinterhof spiegelt darüber hinaus auch die Lage des Künstlers Bernhard Heisig, der ein Leben lang unter der politischen Enge und Kleingeistigkeit gelitten hat, und – um mit Joachim Fest (1926 – 2006, Historiker, Herausgeber und Autor) zu reden – dennoch das Fliegen lernte. Das vermeintlich utopische Selbstverständnis drückt sich gleichermaßen in dem liegenden weiblichen Akt aus, der sich über eine der Bildhälften erstreckt und auf die Lust und vielleicht auch Erotik des Versuchens hindeutet, zumindest für einen Moment mittels der Imagination die Schwerkraft zu überwinden.

Das Bild kann aufgrund seiner besonderen Ausstrahlung als eines der herausragenden „Nachwendebilder“ von Bernhard Heisig gelten.

Vor diesem Hintergrund erhält es eine herausragende Stellung innerhalb der Schweriner Gemäldesammlung.

Bernhard Heisig zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Malern und gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten der DDR-Kunst. Sein Stil bewegt sich zwischen klassischer Moderne, Realismus und Collagenkunst. Besonders bekannt sind seine großen historisch-politischen Panoramen, die zum Beispiel im Reichstagsgebäude in Berlin zu finden sind.

via: www.museum-schwerin.de

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