Zehntausende Kraniche sammeln sich in MV

Hochsaison der Kranichrast Mitte Oktober

Regionen locken mit Entdeckungstouren an Land und zu Wasser, Foto-Workshops und Kranichausritten
Mehrere zehntausend Kraniche zieht es ab September aus ihren Sommerquartieren in Skandinavien und Osteuropa nach Mecklenburg-Vorpommern. Hier sammeln sie sich, um zu rasten und sich auf den abgeernteten Feldern für den Weiterflug in ihre Überwinterungsquartiere in Frankreich, Spanien und Nordwestafrika zu stärken. „Abhängig von Bruterfolgen und Rastbedingungen schwankt die Anzahl, doch in diesem Jahr kann mit 50.000 bis 60.000 Kranichen gerechnet werden. In der Spitze kamen aber auch schon bis zu 70.000 Tiere“, sagte Dr. Günter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums in Groß Mohrdorf bei Stralsund.

Hochsaison der Kraniche

„Die Masse der Kraniche wird in den Tagen um den 15. Oktober erwartet“, so Nowald weiter. Vor allem die Region Darß-Zingster Boddenkette und Rügen, einer der bedeutendsten und größten Kranichrastplätze Mitteleuropas, bietet den sogenannten „Vögeln des Glücks“ ideale Bedingungen für die Rast und Futtersuche. Doch auch im Landesinneren, wie etwa im Müritz Nationalpark oder am Schaalsee, sind die majestätischen Zugvögel zu finden. Die Kranichrast ist ein besonderes Ereignis, welches Jahr für Jahr tausende Naturinteressierte und Hobbyfotografen anzieht. Bei einer Vielzahl von Aktivitäten können die Tiere beobachtet und abgelichtet werden.

 

Im Folgenden eine Auswahl:

Bildershows und Exkursionen in der „18. Woche des Kranichs“

Das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf veranstaltet zur Ankunft der majestätischen Vögel vom 18. bis 25. September die „18. Woche des Kranichs“. Hier können Gäste an verschiedenen Orten Abendveranstaltungen beiwohnen, wie beispielsweise der Multimediashow „Kranichwelten – Eine Reise mit den Vögeln des Glücks durch Europa“ am 18. September um 20.00 Uhr in der Seemannskirche Prerow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst oder der Bildershow mit Orgelklängen „Kranichkonzert im Herbst“ am 21. September um 19.00 Uhr in der Backsteinkirche Groß Mohrdorf. Anlässlich des „20. Birdwatch Day“ am 24. September haben Interessierte die Gelegenheit, auf einer Exkursion den Mitarbeitern bei der Erfassung des diesjährigen Kranichrastbestandes behilflich zu sein. Zudem können die Vögel im Rahmen von Wanderungen – entweder zum morgendlichen Abflug oder zum abendlichen Einflug – in Begleitung eines Rangers beobachtet werden. Die Teilnahmegebühr für die geführten Wanderungen beträgt fünf Euro.

 
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„Kranorama“, eine moderne Kranichbeobachtungsstation am Günzer See

Darüber hinaus steht Besuchern das im Oktober 2015 eröffnete „Kranorama“, eine moderne Kranichbeobachtungsstation am Günzer See im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, offen. Die barrierefreie Beobachtungsplattform ermöglicht es Gästen, Kraniche und andere Zugvögel in ihrer natürlichen Umgebung wie aus einem Versteck heraus zu beobachten, ohne dass sich die Tiere gestört fühlen. Im September und Oktober wird es dort zudem „Ablenkfütterungen“ geben, um die Vögel auf die Flächen am Günzer See zu locken und sie auf diese Weise von den Wintersaaten fernzuhalten. Somit werden rund um das „Kranorama“ die beeindruckenden Tiere in großer Anzahl zu beobachten sein. Neben Informationstafeln und audiovisuellen Medien, die Wissenswertes zu Zug und Rast der Kraniche präsentieren, werden auch Livebilder der auf den Feldern rastenden Vögel gezeigt. Zusätzlich stehen Fotohütten, die vom 1. bis 31. Oktober nah an den Rastplätzen aufgestellt werden, Tier- und Naturfotografen zur Verfügung.
Weitere Informationen sowie Tipps zum richtigen Verhalten bei der Kranichbeobachtung sind auf www.kraniche.de zu finden.

 

So weit das Auge reicht: Ausblick an Beobachtungspunkten

 

An vielen weiteren Beobachtungsstationen im Nordosten können Gäste einen ungestörten Blick auf die Großvögel werfen. Unter www.auf-nach-mv.de/kraniche finden Interessierte Informationen über die verschiedenen Aussichtspunkte. So bietet in der Region Darß-Zingster Boddenkette und Rügen unter anderem der hölzerne Kranichbeobachtungspunkt Tankow auf Rügens kleiner Schwesterinsel Ummanz einen schönen Ausblick auf die Kranichrast sowie die Weiten der Vorpommerschen Boddenlandschaft. Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst befinden sich die barrierefreie Beobachtungplattform Pramort und die Vogelbeobachtungspunkte Pramort Hohe Düne sowie Kirrblick. Diese sind ideal, um die einfliegenden und rastenden Kraniche mit dem Fernglas zu beobachten. Auch im Müritz-Nationalpark – in der Beobachtungskanzel am Rederangsee – können Besucher einen Blick auf die Zugvögel erhaschen, die sich in der Dämmerung zu Hunderten am Ostufer des Sees sammeln.

 

Kranichbeobachtungen vom Wasser aus

Besonders gut können Gäste Kraniche vom Bodden, den Flachwasserbereichen der Ostseeküste, aus beobachten, ohne diese zu stören. Die Tiere schlafen dort stehend im Wasser, um die Nacht geschützt vor Feinden zu verbringen. Die Reederei Hiddensee bietet vom 14. September bis 21. Oktober, immer mittwochs und freitags um 16.30 Uhr im September und um 16.00 Uhr im Oktober, Kranichfahrten zu den Schlafplätzen der Kraniche an. Die etwa vierstündige Tour beginnt im Hafen von Zingst und führt durch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zum Schlafplatz der Kraniche nahe Pramort im östlichen Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Begleitet wird die Kranichfahrt von Experten des Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf.
Weitere Informationen: www.reederei-hiddensee.de

 

Der Kranich als Star der Fotografen

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Zum „Aktiven Fotoherbst“ lädt das Ostseeheilbad Zingst vom 1. September bis 31. Oktober Hobby- und Profifotografen ein. Verschiedene Workshops und Fotoexkursionen führen Teilnehmer zu den Rastplätzen der Kraniche auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und der Vogelschutzinsel Kirr, die nur mit einer Ausnahmegenehmigung besucht werden darf. So findet beispielsweise vom 7. bis 9. Oktober die Fotoexkursion „Faszination Kranich“ unter Leitung von Carsten Linde statt. Während der zweitägigen Exkursion werden Tipps und Tricks, sowie richtige Verhaltensregeln bei der Fotografie des Kranichzuges vermittelt. Vor Ort können sich Fotografen zudem das richtige Equipment zur Tier- und Naturfotografie mieten.
Alle Termine und weitere Informationen unter: www.erlebniswelt-fotografie-zingst.de.

 

Abendliche Wanderungen im Müritz-Nationalpark

Den Müritz-Nationalpark in der Mecklenburgischen Seenplatte nutzen Kraniche ebenfalls als Rastplatz auf ihrem Zug in die Winterquartiere. Mit dem sogenannten „Kranich-Ticket“ fahren Gäste umweltfreundlich mit einem Shuttlebus in den Nationalpark und beobachten dort den abendlichen Einflug während geführter Wanderungen. Diese etwa dreistündigen Abendtouren finden täglich vom 15. August bis 10. September jeweils um 18.00 Uhr, ab dem 11. September um 17.30 Uhr und vom 23. bis 30. September um 17.00 Uhr statt. Die Wanderungen ab dem 1. Oktober beginnen um 16.30 Uhr und vom 9. bis 23. Oktober starten sie um 16.00 Uhr. Treffpunkt ist die Nationalpark-Information in Federow. Der Shuttlebus verkehrt jeweils 30 Minuten vor Beginn der Führungen ab Waren (Müritz) Steinmole. Das „Kranichticket“ inklusive Busfahrt und dreistündiger Wanderung kostet 8,50 Euro und kann unter www.nationalpark-service.de bestellt werden.
Weitere Informationen gibt es in der Nationalpark-Information in Federow unter der Rufnummer 03991 668849 oder unter www.nationalpark-service.de.

 

Mit der „Kranich-Aktie“ die „Vögel des Glücks“ am Schallsee unterstützen

Den Kranichzug können Gäste zudem im Biosphärenreservat Schaalsee, einem Schutzgebiet im Westen Mecklenburg-Vorpommerns, bestaunen. Um diesen angestammten Brut- und Rastplatz von mehr als 1.000 Kranichen zu erhalten und zu vergrößern, können Interessierte die sogenannte „Kranich-Schutz-Aktie“ der Stiftung „Biosphäre Schaalsee“ erwerben. Mit dem Geld unterstützen Spender sowohl die Kraniche als auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt am Schaalsee. Darüber hinaus können Besucher an der Exkursion „Kranichzug am Schaalsee“ am 15. Oktober um 17.00 Uhr teilnehmen, um die einfliegenden Kraniche wie auch zahlreiche andere Vogelarten zu betrachten.
Weitere Informationen sind unter www.kranich-schutz.de zu finden.

 

Angebote zur Kranichrast: Kranichritte und Raddampferfahrt auf dem Bodden

Hoch zu Ross können Besucher des Reit- und Bauernerlebnishofes Thomsen in Groß Kordshagen die Kranichrast erleben. Auf den zwei- bis dreistündigen Kranichritten entdecken Teilnehmer vom 19. September bis 29. Oktober aus dieser besonderen Perspektive die Zugvögel in ihrer natürlichen Umgebung auf Wiesen und Feldern entlang des Barther Boddens. Der Preis für einen zweistündigen geführten Ausritt auf einem hofeigenen Pferd beträgt 40 Euro pro Person.
Weitere Informationen: www.auf-nach-mv.de/kraniche, www.hof-thomsen.de

 

Die Reederei Poschke in Born auf dem Darß bietet ihren Passagieren Kranichfahrten auf den Mississippi-Schaufelraddampfern MS „River Star“ und MS „Baltic Star“ an. In dieser besonderen Atmosphäre haben Fahrgäste die Möglichkeit, die „Vögel des Glücks“ in den flachen Boddengewässern um die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zu entdecken. Die MS „River Star“ legt täglich ab dem 1. September um 18.00 Uhr, ab dem 12. September um 17.30 Uhr, zwischen dem 26. September und 9. Oktober jeweils um 17.00 Uhr und vom 10. Oktober bis zum 29. Oktober um 16.30 Uhr im Hafen von Zingst ab. Die dreistündigen Kranichfahrten der MS „Baltic Star“, die durch eine Filmvorführung ergänzt werden, beginnen im September und Oktober täglich um 16.30 Uhr im Hafen von Prerow. Erwachsene zahlen auf beiden Raddampfern 14 Euro, Kinder bis zwölf Jahre zahlen sieben Euro.
Weitere Informationen: www.reederei-poschke.de

 

Im Rahmen der fünftägigen Reise „Tage des Kranichzuges“ können Gäste des „Hotel und Restaurant Seebrücke“ in Zingst an einem Abend den Einflug der „Vögel des Glücks“ von Bord des Mississippi-Schaufelraddampfers MS „River Star“ erleben. Der Raddampfer legt im Hafen von Zingst ab und fährt durch die Boddengewässer zu den Rastplätzen der Kraniche. Zwei Tage können Besucher nutzen, um die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mit den verschiedenen Beobachtungspunkten zu erkunden. Der Preis für das Arrangement inklusive Leihfahrrad für zwei Tage beginnt bei 362,50 Euro pro Person.
Weitere Informationen: www.hotel-seebruecke.net

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