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Klassik 

Internationalen Tage jüdischer Musik

Synagogen und jüdisches Leben gab es am Ende des 19. Jahrhunderts in nahezu jeder Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern. Deportationen und die Zerstörung der Synagogen in der Nazizeit beendeten diese einst reiche Tradition im Norden. Diesem fast vergessenen Kapitel der Geschichte und Gegenwart Mecklenburg-Vorpommerns widmen sich die „Internationalen Tage jüdischer Musik“: Vom 12. bis 14. Dezember 2016 lädt die erstmals stattfindende Veranstaltungsreihe des Usedomer Musikfestivals ein, jüdisches Leben, Musik und Geschichte in MV an Originalschauplätzen – den restaurierten Fachwerksynagogen von Stavenhagen, Hagenow und Röbel – zu entdecken.

Es erwartet Sie hochkarätige Konzerte u. a. mit Ur- und Erstaufführungen verfemter jüdischer Komponisten, gespielt von David Geringas (Violoncello), Jascha Nemtsov (Klavier), Avitall Gerstetter (Gesang & Band), dem Diplomatischen Streichquartett Berlin u. a. Eine Lesung und Führungen mit Alfred Grosser, Manfred Osten und Robert Kreibig vertiefen das Thema.

Halten Sie mit uns diese Geschichte wach und seien Sie dabei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Eröffnungskonzert mit David Geringas
und Jascha Nemtsov

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David Geringas

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Jascha Nemtsov
Am Montag, den 12.12. um 19 Uhr eröffnen der international renommierte litauische Violoncellist David Geringas und der Pianist und Experte für jüdische Musik Jascha Nemtsov in der Synagoge Stavenhagen. Im Konzert erklingen Werke von Max Bruch, Ernest Bloch und Mieczysław Weinberg. Ein besonderes Highlight wird die Uraufführung eines neuentdeckten Sonatenfragments des im sogenannten Dritten Reich verfemten und nach dem zweiten Weltkrieg vergessenen jüdischen Komponisten Walter Braunfels sein, sagt David Geringas: „Wir freuen uns sehr, dass wir in Stavenhagen dieses völlig unbekannte Stück aufführen können. Braunfels war in den 20er Jahren eine Berühmtheit und wurde dann von den Nazis aller Ämter enthoben. Das Fragment, scheinbar ein Frühwerk, ist ein Glücksfund und erinnert im Stil an Musik von Johannes Brahms.“ Dass der international herausragende russische Pianist Jewgeni Kissin auch komponiert, ist wenig bekannt. Besucher erleben die deutsche Erstaufführung seiner Sonate für Violoncello und Klavier.
Konzertkarten

„Von Auschwitz nach Jerusalem“ mit Alfred Grosser

Alfred Grosser
Alfred Grosser

Manfred Osten
Manfred Osten
Dem hochkarätigen Konzert schließt sich eine moderierte Lesung am Dienstag, den 13.12. mit dem deutsch-französischen Publizisten und Politologen Alfred Grosser in der Synagoge in Hagenow an. Im Mittelpunkt des Abends steht ab 19 Uhr sein 2009 bei Rowohlt erschienenes Buch „Von Auschwitz nach Jerusalem. Über Deutschland und Israel“. Der 91-jährige gilt als Vordenker des Elysee-Vertrags und hat sich seit der Nachkriegszeit für die deutsch-französischen Beziehungen eingesetzt. Im Gespräch mit dem Autor Manfred Osten folgt er den Spuren der Juden nach dem Holocaust in Europa. Zur Lesung spielt das Diplomatische Streichquartett Berlin Werke von Fanny Mendelssohn-Hensel und Erwin Schulhoff.
Eintrittskarten

Junge Meister am Morgen

Emilia Lomakova
Emilia Lomakova

Noga-Sarai Bruckstein
Noga-Sarai Bruckstein
Seit vielen Jahren ist die ukrainische Violoncellistin Emilia Lomakova (24, re.) Teilnehmerin der Meisterklassen von Prof. Dr. David Geringas. Das herausragende Talent wird nun gemeinsam mit der ebenso virtuosen und in Israel geborenen Noga-Sarai Bruckstein (28, li.) am Dienstag, den 13.12., 9:30 Uhr in der Synagoge Stavenhagen spielen. Auf dem Programm stehen Werke von Ernst Toch, Fritz Kreisler, Jules Massenet, Pēteris Vasks, „If I were a rich man“ aus dem Musical Fiddler on the roof von Jerry Bock und jüdische Lieder spielen.
Konzertkarten

Jüdische Lieder und Geschichten

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Dr. Robert Kreibig

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Avitall Gerstetter
Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am Mittwoch, den 14.12.,19 Uhrein Konzert mit Deutschlands erster jüdischer Kantorin. Mit ihrer Band singt und spielt sie jüdische Lieder von Bey mir bist du sheyn über Momele bis Yide’l mit n’ fidel. Der Initiator der Rettung der Synagoge in Röbel, Dr. Robert Kreibig führt 18 Uhr mit einem Vortrag (Eintritt frei) zur Geschichte der Juden in Mecklenburg durch das neu erbaute Gotteshaus und auf das Konzert zu. „Das heute die Synagogen in Stavenhagen in der Mecklenburgischen Seenplatte, Röbel und Hagenow erhalten sind, verdankt sich insbesondere regionaler Initiativen. Sie haben sich oftmals gegen Widerstände für ihren Erhalt eingesetzt, wollen Geschichte lebendig erhalten und die Häuser mit Kultur beleben“, freut sich der engagierte Denkmalpfleger auf die neue Veranstaltungsreihe, der die Gotteshäuser ihre Pforten öffnen.
Konzertkarten

 

via:  © 2016 Usedomer Musikfestival

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