Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Rendezvous in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

Rendezvous am 3. März 2016 um 18 Uhr in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin mit einem Vortrag von Prof. Dr. Kilian Heck, Fachbereich Kunstgeschichte, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald über Viele Gesichter, viele Ichs. Der Hofmaler Georg David Matthieu und sein neu zu entdeckendes Werk.

Rendezvous mit einem Vortrag von Prof. Dr. Kilian Heck

Georg David Matthieu (1737-1778) stammt aus einer bedeutenden Berliner Künstlerfamilie, die viele Malerinnen und Maler hervorgebracht hat, unter anderem Anna Dorothea Therbusch und Christoph Friedrich Reinhold Lisiewski. Nachdem Matthieu 1762 zunächst in Stralsund lebte und dort zusammen mit seinem Freund, dem Landschaftsmaler Jakob Philipp Hackert, Stralsunder Bürgersfamilien und pommersche Adelige portraitierte, kam Matthieu 1764 nach Ludwigslust, um bei Herzog Friedrich dem Frommen Hofmaler zu werden.

In seiner Ludwigsluster Zeit schuf Matthieu einen ganz eigenen Typus des höfischen Portraits, der die Person einerseits physiognomisch und charakterlich genau erfasste, andererseits aber auch versuchte, Bewegung und Lebendigkeit in das Portrait einzubauen. Matthieu entwickelte in Weiterführung dieses Gedankens neue, durchaus ungewöhnliche Präsentationsformen wie das Aufsteller-Portrait, bei dem das Bild des Portraitierten ähnlich einem Trompe-l’œil so täuschend echt wirkt, dass Eintretende in den Raum das Bild zunächst für die reale Person halten können.

Obwohl dem Werk von Georg David Matthieu durchaus europäischer Rang innerhalb der Portraitmalerei des 18. Jahrhunderts zukommt, ist die Bedeutung dieses mecklenburgischen Malers außerhalb der Fachwelt heute weitgehend vergessen. Es gilt daher, die Aufmerksamkeit erneut auf diesen bemerkenswerten Künstler zu lenken.

Kilian Heck wurde 1968 in Nassau an der Lahn geboren und studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Klassische Archäologie in Frankfurt am Main, Marburg und St. Petersburg. Er promovierte 1997 in Hamburg und war danach als Postdoktorand und Wissenschaftlicher Assistent in Berlin, Heidelberg und Frankfurt tätig. Nach der Habilitation 2009 vertrat er den Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Universität Jena. Seit 2011 hat er den Lehrstuhl für Allgemeine Kunstgeschichte an der Universität Greifswald inne. Seit 2013 ist er Erster Vorsitzender des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V. Seine Schwerpunkte in der Forschung liegen auf dem Gebiet der romantischen Malerei des 19. Jahrhunderts, insbesondere zur Kunst von Carl Blechen. Außerdem beschäftigt er sich mit dem Thema Provenienz- und Restitutionsforschung bei Kunstwerken sowie der Geschichte der Guts- und Schlossbauten im Ostseeraum.

Der Eintritt kostet 3 Euro.

via: Staatliches Museum Schwerin

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