Slow Wine – ein neuer Weinführer von Slow Food

Geschichten von Winzern, Weingärten und Weinen

Slow Wine, der neue Führer zu den Weinen Italiens vom Verlag Slow Food Editore, ist am Mittwoch, dem 20. Oktober, um 10.00 Uhr im PalaOlimpico (PalaIsozaki) in Turin (Corso Sebastopoli 123) vorgestellt worden. Die Besonderheiten und Neuheiten des Führers wurden von den Herausgebern Giancarlo Gariglio und Fabio Giavedoni, Marco Bolasco, Verlagsleiter von Slow Food Editore, und Carlo Petrini, Präsident von Slow Food, erläutert. Roberto Burdese, Präsident von Slow Food Italia, moderierte das Gespräch. Am Nachmittag gab es in der eindrucksvollen Kulisse des Schlosses Venaria Reale (Piazza della Repubblica, Venaria Reale) um 15.00 Uhr die einmalige Chance, die Weine der Winzer aus dem Weinführer im Zeichen der Schnecke zu verkosten.


Die Grundidee des Weinführers „Slow Wine“ ist es, ein authentisches Bild der heutigen Situation des italienischen Weines zu geben. Um die Realität zu beschreiben, muss man sie aber kennen lernen, die Degustationsräume verlassen und die ganze italienische Halbinsel kreuz und quer bereisen. Über 2.000 Weingüter wurden besichtigt, Tausende von Weinlagen erwandert, viele Fragen gestellt und persönliche Interviews geführt. Und dank der neuen Konzeption erzählt der Band auch von den agronomischen Bemühungen der Betriebe: ein Zusammenspiel aus Informationen, welche die Weingärten, die Rebsorten und die Philosophie hinter der Arbeit der Winzer beschreiben.

Slow Wine hat daher die Methode der Punktwertung aufgegeben, die zu einschränkend ist, um die 1833 im Führer vertretenen Weingüter nennen zu können. Die Beschreibung der Weingüter ist in drei Aspekte gegliedert: in Vita, (Leben) – Geschichten von den Männern und Frauen, die in diesen Betrieben arbeiten, Vigne (Lagen) – die besuchten Weingärten, beschrieben in ihren Eigenschaften und der Art ihrer Bewirtschaftung, und Vini, Weine, unkompliziert dargestellt und mit ausführlichen Daten ergänzt.

Eine Beurteilung im Sinne von Slow Food sollte ein Weingut in seiner Gesamtheit betrachten. Aus diesem Grunde haben wir als Schlüssel für die Rezensionen der Betriebe drei Symbole eingeführt: die Schnecke (das Logo von Slow Food) als Symbol für ein Weingut, das uns ganz besonders gefällt, weil es die Werte (im Hinblick auf Geschmack, Terroir, Umwelt und Identität) im Einklang mit den Slow Food Prinzipien interpretiert; die Flasche als Symbol für ein Weingut, das eine optimale durchschnittliche Qualität bei allen verkosteten Flaschen zeigt, und schließlich die Münze als Symbol für einen Betrieb, der ein gutes Qualitäts-Preis-Verhältnis bei allen von uns verkosteten Flaschen aufweist.

Die gleichen drei Kategorien wurden dann auch auf die Weine angewandt. Slow Weine (Vini Slow) sind jene, die bei einer hervorragenden geschmacklichen Qualität im Glas auch die Charakterzüge ihres Terroirs, ihrer Geschichte und Umwelt kondensieren. Große Weine (Grandi Vini) sind die besten Flaschen in geschmacklicher Hinsicht. Weine für jeden Tag (Vini Quotidiani) hingegen sind Flaschen, die im Laden bis zu 10 Euro kosten und ein hervorragendes Qualitäts-Preis-Verhältnis aufweisen.

«Wir sind überzeugt, dass der Kampf gegen die Vereinheitlichung des Geschmacks und die Verflachung der geschmacklichen Eigenschaften der Weine nur über die Kenntnis der Regionen, der Rebsorten und der Menschen geführt werden kann, die das italienische Terroir ausmachen.» (Giancarlo Gariglio und Fabio Giavedoni, Herausgeber Slow Wine)

Quelle: Pressemeldung Slow Food International

via Slow Food Deutschland e.V. ~ Slow Wine.

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